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Isoliertes Einkaufszentrum in der Feldstadt : Bleicherufer steht weiter leer

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Weiße Wände, leere Schaufenster, kaum Publikumsverkehr, ein Künstler stellt seine Werke in der Passage am Bleicherufer zur Schau. Seit Aldi und Edeka dort geschlossen haben, bietet nur noch ein Bäcker seine Backwaren feil.

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erstellt am 09.Mär.2012 | 10:08 Uhr

Feldstadt | Weiße Wände, leere Schaufenster, kaum Publikumsverkehr, ein Künstler stellt seine Werke in der Passage am Bleicherufer zur Schau. "Der Standort bietet wirklich schlechte Voraussetzungen", sagt Tino Beig vom Einzelhandelsverband Nord. "Für Einzelhändler ist dort einfach zu wenig Laufkundschaft unterwegs." Auch in der Stadtverwaltung wird das Einkaufszentrum am Bleicherufer als "isoliert"gewertet. Seit Aldi und Edeka ihre Ladentüren dort geschlossen haben, bietet nur noch ein Bäcker standhaft seine Backwaren feil. "Die Angebotspalette ist zu gering", sagt Stefan Schlick vom Amt für Wirtschaftsförderung. Große Spielräume seitens der Verwaltung, dem Standort wieder mehr Leben einzuhauchen, sieht er nicht. "Der Handel ist da selbst gefragt." Anfragen von interessierten Unternehmen und Einzelhändlern lenke die Verwaltung an den Eigentümer weiter. Dieser hüllt sich in Schweigen.

Von den florierenden Geschäften kurz nach der Wende, als die Ladenpassage eröffnet worden war, erzählen nur noch langjährige Anwohner. Heute ist die Situation trostloser. "Die große Hülle des Einkaufszentrums ist zumindest nicht nur mit einem kleinen Motor wie einem Bäcker wieder mit Leben zu füllen", sagt Beig vom Verband. Er stellt das Konzept des Standortes an sich infrage. Wenn es dort für kleinere Läden unattraktiv sei, müsse über neue Pläne nachgedacht werden, erklärt er weiter.

Grundlage dafür ist das Einzelhandelskonzept der Landeshauptstadt. Das Papier gibt vor, welche Anbieter sich an der Ecke Brunnenstraße, Ostorfer Ufer ansiedeln dürfen. Dazu gehört beispielsweise ein so genannter Nahversorger, wie Aldi, aber auch andere Verbrauchermärkte für Anwohner. Das könne allerdings nicht befohlen werden, so Schlick von der Verwaltung. "Der Markt ist ständig in Bewegung: Leerstand, Neueröffnungen, Umzüge von Geschäften zu neuen Standorten."

Allerdings bewegt sich der Markt für Passanten des Bleicherufers augenscheinlich an diesem Standort vorbei. "Der innerstädtische Bereich wie die Puschkinstraße oder der Marienplatz sind für Einzelhändler und kleinere Geschäfte ungleich attraktiver", erklärt Beig. Schwerin profitiert vor allem in den Sommermonaten von Kurzzeiturlaubern, die nach Angaben der Industrie- und Handelskammer (IHK) im Durchschnitt 1,8 Tage in Schwerin verweilen. Die bekannteste Sehenswürdigkeit ist das Schloss, die nahe liegende Innenstadt zieht Touristen außerdem als erstes für einen Bummel an. Am Bleicher Ufer bringt auch das in direkter Nachbarschaft stehende Hotel Crown Plaza kaum Einkäufer in die Ladenpassage, die mit leeren Schaufenstern ohnehin keinen Anziehungspunkt darstellt. Nur das Kino Mega Movies, das Restaurant "Alter Schlachthof" in der ehemaligen Rinderschlachthalle und ein Italiener trotzen dem Leerstand. "Wir kämpfen", sagen die Eigentümer.


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