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Kehrtwende in Bergen : Bleiberecht für Regenwürmer

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Bergen hat Vertreibung aus dem Rasen des Fußballstadions abgesagt

Kehrtwende auf dem Bergener Fußballplatz auf der Insel Rügen: Das geplante Umsiedlungsprogramm von Regenwürmern ist abgeblasen worden. Wie Bürgermeisterin Anja Ratzke (parteilos) heute mitteilte, hat der Hauptausschuss der Stadt die rund 19 500 Euro teure Aktion abgesagt. Noch vor wenigen Monaten hatte jener Ausschuss die Umsiedlung beschlossen, um die Regenwürmer nach sechs Jahren endgültig aus dem Rasen des Stadions zu verdammen.

Die Stadtpolitiker hatten im Jahr 2009 rund 200 000 Würmer der Marke „Dutch Nightcrawler“ aus den Niederlanden kommen lassen, nachdem Pfützen den Rasen des gerade sanierten Stadions unbespielbar gemacht hatten. Der Steuerzahlerbund hatte die Stadt deshalb mehrfach kritisiert, zuletzt vor wenigen Wochen im September.  Gründe für die Absage der Umsiedlung mittels eines umweltfreundlichen Lockmittels nannte Ratzke mit Verweis auf die nichtöffentliche Sitzung nicht. Noch im Juni hatte Ratzke – damals noch als einfache Stadtvertreterin – die Aktion als „unverhältnismäßig“ kritisiert. Und der Stadtpräsident Eike Bunge hatte Anzeige wegen Geheimnisverrats erstattet, weil Details aus einer Sitzung öffentlich wurden.

Schon ein Jahr nach der rund 7000 Euro teuren Ansiedlung der Würmer landete die Stadt im Schwarzbuch des Steuerzahlerbundes – auch weil der erhoffte Erfolg ausblieb. Statt als Drainage zu wirken, vermehrten sich die Würmer.

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