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Mecklenburg-Vorpommern

15. Dezember 2017 | 05:44 Uhr

Staus in MV : Blechkolonne bis nach Moskau

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Geduldsprobe für Autofahrer: Es gibt immer mehr Staus in MV

svz.de von
erstellt am 21.Jan.2017 | 05:00 Uhr

Autofahrer müssen auf den Straßen in Mecklenburg-Vorpommern deutlich mehr Zwangspausen einlegen: Der Allgemeine Deutsche Mobilclub (ADAC) zählte im vergangenen Jahr 2182 Staus in MV. Das waren mehr als doppelt so viele Meldungen wie 2015, als der Automobilclub nur 840 Staus registrierte. Summiert man die einzelnen Staulängen ergibt sich eine Blechkolonne von 4012 Kilometern Länge (2015: 1595 km). Das entspricht in etwa der Strecke von Schwerin nach Moskau hin und zurück.

Als größte Staufalle im Land identifizierte der ADAC die Autobahn 19 Berlin-Rostock (2598 Staukilometer), die gerade im Sommer für Touristen aus Richtung Süden und vom Güterverkehr als Hauptverkehrsader an die Ostsee genutzt wird. „Mehr als die Hälfte der Staus haben wir auf der A 19 registriert“, sagt Hans Duschl, Sprecher des ADAC „Hansa“ in Hamburg. Dann folgen die A20 (695 Staukilometer ) und die A24 (656 Staukilometer).

Ausgebremst werden die Autofahrer auf der A19 vor allem zwischen Malchow und Waren an der Dauerbaustelle auf der Petersdorfer Brücke, die auch für die erhebliche Zunahme von Staus verantwortlich sein dürfte. Wegen der Bauarbeiten gibt es nur eine Fahrspur in jede Richtung und ein Tempolimit von 40 Stundenkilometern. In der Hauptsaison quetschen sich bis zu 38 000 Fahrzeuge täglich durch das Nadelöhr. Die Folge: Staus von bis zu elf Kilometern Länge.

„Das Nadelöhr schlägt sich sehr deutlich in der Bilanz nieder. An der Baustelle sollte es zu keinen weiteren Verzögerungen kommen“, sagt ADAC-Mann Duschl. Doch genau der Fall ist bereits eingetreten. Der A19-Abschnitt bleibt vorerst eine Staufalle. Anders als geplant wird die erste der zwei Petersdorfer Brücken – statt im Mai 2017 – erst im Frühjahr 2018 fertig.

Das Verkehrsministerium hofft auf die Einsicht der Autofahrer. „Im Zusammenhang mit dem Bauvorhaben haben wir veranlasst, dass bereits auf dem Berliner Ring auf die Baustelle hingewiesen und eine großräumige Umfahrung angeregt wird“, teilt Sprecherin Renate Gundlach mit. Einschränkungen ließen sich bei derart komplexen Baumaßnahmen aber nicht vollständig vermeiden. Kleines Trostpflaster für die Autofahrer in MV: In anderen Bundesländern steht der Verkehr viel häufiger und länger still. Auf den Autobahnen in Hessen staute sich im vergangenen Jahr der Verkehr fast 32 000 Stunden lang – in MV waren es laut ADAC gerade einmal 1531 Stunden.

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