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Ostsee und Binnenseen : Blaualgenteppiche breiten sich aus

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Blaualgen können Hautreizungen, allergische Reaktionen und Magen-Darm-Probleme auslösen. Bei warmen Temperaturen machen sie derzeit Badegästen an der Ostsee und den Binnenseen zu schaffen.

svz.de von
erstellt am 22.Jul.2013 | 05:37 Uhr

Bei sommerlichen Temperaturen breiten sich größere Blaualgenteppiche in der Ostsee wie auch in Binnenseen Mecklenburg-Vorpommerns aus. Das zuständige Landesamt in Rostock hat am Montag vor möglichen Gesundheitsrisiken für Badende gewarnt. Algenansammlungen waren am Wochenende zunächst im Fehmarnsund, in der Lübecker Bucht und der westlichen Mecklenburger Bucht weit entfernt von den Küsten gesichtet worden. Doch inzwischen meldeten mehrere Badeorte erste Algenteppiche beispielsweise vor den Inseln Rügen, Hiddensee und Usedom. Auflandiger Wind sorge offenbar dafür, dass die Algen mittlerweile Strände erreichen.

Blaualgen, sogenannte Cyanobakterien, könnten Hautreizungen, allergische Reaktionen und Magen-Darm-Probleme auslösen, warnte eine Sprecherin des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (LAGuS). Explosionsartige Blaualgenblüten träten bei hohen Wassertemperaturen auf. Hinweise seien eine geringe Sichttiefe, unangenehmer Geruch, eine bläulich-grüne Trübung des Wassers und Schlierenbildung sowie Algenteppiche an der Oberfläche. Vor allem Kinder sollten nicht in den Anschwemmungen spielen. Das Baden müsse aber nicht generell verboten werden, hieß es.

Hinweise auf Blaualgenblüten gingen am Montag aus Boltenhagen an der Wismarbucht (Nordwestmecklenburg) ein, wie es hieß. Die Kurverwaltung meldete einen braunen flockigen Algenteppich im Badebereich. Vor Ort gab das Gesundheitsamt Warnhinweise heraus. Auf Usedom wurden an den Badestränden von Karlshagen, Zinnowitz, Trassenheide, Koserow und Ückeritz über verstärkte Algenvorkommen berichtet.

Auch der gesamte Strelasund sei stark von Blaualgenteppichen bedeckt, wie Mitarbeiter des Gewässerüberwachungsschiffes mitteilten.

Außerdem gebe es sie in Vorkommen in einigen Seen, hieß es vom LAGuS.

Betroffen seien etwa der Schleesersee bei Carpin (Mecklenburger Seenplatte), der Neuwarper See bei Rieth (Vorpommern-Greifswald) und möglicherweise auch der südliche Ostorfer See in Schwerin. Eine Passantin habe hier einen türkisfarbenen Algenteppich gemeldet. Die Untersuchungen dauerten an.

Ursache für extreme Algen- und Blaualgen-Blüten im Sommer sind laut Schweriner Agrarministerium zu hohe Nährstoffeinträge in die Gewässer - vor allem von Phosphor und Stickstoff - durch eine Überdüngung der Felder.

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