Experten prüfen Verdacht : Bissen Wölfe Schafe bei Wesenberg tot?

Die Schafhalter an der Mecklenburgischen Seenplatte sind wieder in Sorge. Bei Wesenberg wurden vier Schafe getötet. Es könnte ein Wolf gewesen sein. Schon bald müssen Schafhalter einen Mindestschutz garantieren - wenn sie Ausgleichszahlungen haben wollen.

svz.de von
20. März 2014, 20:30 Uhr

Ein Wolf oder ein großer Hund hat mehrere Schafe einer Herde bei Wesenberg getötet. Wie das Schweriner Agrarministerium am Donnerstag mitteilte, ereignete sich der Vorfall in der Nacht zu Mittwoch. Ein Landwirt aus dem Ortsteil Ahrensberg, dem die etwa 15 Schafe gehören, habe am Mittwochmorgen vier tote Tiere und zwei verletzte Schafe entdeckt. Ein Lamm sei noch verschwunden. Dabei handelt es sich um seltene Coburger Fuchsschafe.

Die getöteten Schafe hatten Kehlbisse, die auf einen Wolf hindeuteten, hieß es von Experten. Ein Gutachter nahm Proben, deren genetische Untersuchung Gewissheit bringen soll, Ergebnisse sollen in zwei bis drei Wochen vorliegen. Erst vor wenigen Wochen hatte es einen ähnlichen Vorfall mit einem Wolf im wenige Kilometer entfernten Lychen in Nordbrandenburg gegeben. Wölfe wurden in der nahe gelegenen Kyritz-Ruppiner Heide sowie im Müritz-Nationalpark nachgewiesen.

Die Weide sei mit einem alten Maschendrahtzaun geschützt gewesen, der aber nicht dicht war, hieß es. Die verängstigten Schafe werden jetzt abends in den Stall gebracht. Das Ministerium wies darauf hin, dass Schaf- und Ziegenhalter nochmals die Schutzmaßnahmen prüfen sollten, beispielsweise seien mindestens 90 Zentimeter hohe, geschlossene Stromzäune nötig. Vorsorgemaßnahmen seien über die „Förderrichtlinie Wolf“ finanzierbar. Ab 3. April 2014 müsse ein Mindestschutz vorliegen, wenn Ausgleichszahlungen nach einer Wolfsattacke beantragt würden.

Es wäre nicht der erste Wolfsangriff zwischen Oder und Elbe und speziell an der Seenplatte, die bis nach Rheinsberg in Nordbrandenburg reicht. Seit 2007 wurden im Nordosten 130 Nutztiere, meist Schafe aber auch Rentiere, von Wölfen gerissen. Noch größer war der Schaden bisher in Nordbrandenburg. Ein Rentierzüchter aus Wesenberg kritisierte, dass die Nutztierhalter an der Seenplatte immer sehr spät bei solchen Vorfällen informiert würden.

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