Bisse in Arm und Gesicht

Ein ausgewachsener Rottweiler wiegt 40 bis  60 Kilogramm.
Ein ausgewachsener Rottweiler wiegt 40 bis 60 Kilogramm.

Wieder wurde im Müritzkreis ein Kind von einem Rottweiler angefallen und schwer verletzt. Das Ordnungsamt Röbel und die Kripo prüfen den Fall. Hundelehrer fordern von der Politik Konsequenzen.

von
24. April 2009, 08:15 Uhr

Röbel | Der Rottweiler der Familie O. in Fincken galt bis zu dem schrecklichen Ereignis als ungefährlich. "Das Tier war uns bislang nicht aufgefallen", sagte gestern der Leiter des zuständigen Ordungsamtes Röbel-Müritz, Frank Schulze, gegenüber unserer Redaktion. Doch am Mittwochabend griff das Tier plötzlich ein zehnjähriges Mädchen an und verletzte es schwer. "Mit Bisswunden im Gesicht und im linken Arm liegt das Opfer im Neubrandenburger Klinikum", teilte gestern eine Polizeisprecherin mit. Krankenhaussprecherin Anett Seidel: "Das Mädchen ist schwer verletzt, schwebt aber nicht in Lebensgefahr."

Die Schülerin war gegen 19 Uhr mit Inlineskatern im Dorf unterwegs, als die 36-jährige Frau des Hundehalters mit dem Rottweiler an der Leine das Grundstück verließ. Als der Hund das Mädchen sah, zog er plötzlich so stark an der Leine, dass die Frau mitgerissen wurde. Das Tier stürzte sich auf sein Opfer. Der Hundehalter, der die Beißattacke von seinem Grundstück aus beobachtet hatte, konnte nur mit Mühe den Hund vom Mädchen trennen. Ein Rettungswagen brachte das verletzte Kind ins Krankenhaus.

Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung, sagte die Polizeisprecherin. Außerdem prüft das Ordnungsamt den Fall. "Der Tierarzt wird nach einer Wesensprüfung eine Stellungnahme schreiben, danach entscheiden wir", sagte Ordnungsamtsleiter Schulze. Der Rottweiler wird voraussichtlich als gefährlich eingestuft und darf nur noch außerhalb des Grundstücks mit Leine und Maulkorb geführt werden. Ob er vielleicht sogar eingeschläfert wird, entscheidet der Besitzer

Einen obligatorischen Hundeführerschein mit entsprechenden Schulungen für Besitzer aller Vierbeiner ab einer Größe von 40 Zentimetern und einem Gewicht von mehr als 15 Kilogramm fordern Experten wie der Hundelehrer Erwin Hirschner aus Rüggow bei Wismar seit langem vom Gesetzgeber. "Der Angriff zeigt, was passieren kann, wenn Hundeführer ihr Tier nicht beherrschen", sagte Hirschner.

Erst vor einem halben Jahr war es in Möllenhagen im Landkreis Müritz zu einem Hundeangriff gegen ein Kind gekommen. Ein 9-jähriger Junge war von einem Rottweiler in den rechten Arm gebissen worden. Trotz Umfriedung soll es der Hund geschafft haben, die Zaunpforte zu öffnen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen