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Von Maltzahn: Bundeswehr in Afghanistan löst keine Probleme : Bischöfe: Ende der Gewalt

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Die Bischöfe der beiden evangelischen Landeskirchen haben sich in ihren Neujahrspredigten mit der Lage in Afghanistan und Gewaltakten gegen Christen befasst.

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erstellt am 03.Jan.2011 | 10:46 Uhr

Schwerin/Greifswald | Mecklenburgs Landesbischof Andreas von Maltzahn kritisierte den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr. Die Förderung von Friedensdiensten spiele weder in Afghanistan noch bei den Reformplänen für die Bundeswehr eine Rolle, beklagte er am Samstag in Schwerin. "Wir erleben doch gerade, wie wenig es die Probleme löst, die Freiheit am Hindukusch militärisch verteidigen zu wollen."

Der pommersche Landesbischof Hans-Jürgen Abromeit verlangte in seiner Predigt ein Ende der Gewalt gegen Christen in Ägypten und im Irak. Nach dem Anschlag auf Besucher eines Neujahrgottesdienstes in der ägyptischen Stadt Alexandria forderte er "von einflussreicher islamischer Seite eindeutige Aufrufe", die die Gewalt beendeten. "Wir brauchen Verbündete unter den muslimischen Gelehrten und leitenden Geistlichen, die mit uns aus dem Kreislauf des Bösen aussteigen wollen." Auf dem Rücken der Christen im Orient werde der "Kampf der Kulturen" ausgetragen, sagte Abromeit. Ein Selbstmordattentäter hatte sich vor einer koptischen Kirche in die Luft gesprengt und mindestens 21 Gläubige mit in den Tod gerissen.

Indirekt plädierte auch Abromeit für einen Abzug aus Afghanistan. Nachdem Deutschland sich in den dortigen Krieg habe verwickeln lassen, bestehe die "tägliche Gefahr, uns das Denken der Problemlösung durch Vernichtung zu eigen zu machen". Aber das Böse lasse sich nicht durch Böses überwinden, sondern nur durch das Gute.

"Ist das nicht möglich, ist es besser, Positionen zur räumen, als in die Logik zu verfallen, die man bekämpfen will", meinte Abromeit.

Von Maltzahn kritisierte auch die geplante Reform der Bundeswehr.

Für ihn sei beunruhigend, dass Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) offen über eine Verknüpfung von Militärpolitik und Wirtschaftsinteressen diskutieren wolle. Er sei erstaunlich, dass der Umbau des Stuttgarter Bahnhofs zigtausende Menschen mobilisiert habe, wogegen sich die Gemüter am Umbau der Bundeswehr nicht entzündeten. Bei der Reform seien nicht nur Sachkenntnis und persönliche Gewissenhaftigkeit notwendig, sondern ebenso "Anstöße einer christlichen Friedensethik, die zum Beispiel den Vorrang des Zivilen vor dem Militärischen einklagt".

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