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Finanzierung der Hochschulen in MV : Bis zu 600 Euro mehr für Professoren

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Die sechs Hochschulen in Mecklenburg-Vorpommern bekommen in den nächsten beiden Jahren 17 Millionen Euro mehr als sie bislang erwarten konnten, um ihre laufenden Kosten zu decken.

svz.de von
erstellt am 22.Jun.2013 | 04:02 Uhr

Schwerin | Die sechs Hochschulen in Mecklenburg-Vorpommern bekommen in den nächsten beiden Jahren 17 Millionen Euro mehr als sie bislang erwarten konnten, um ihre laufenden Kosten zu decken. Das hat die Landesregierung im Entwurf für den Landeshaushalt vorgesehen, den sie Anfang der Woche verabschiedet hat. Damit können die Universitäten und Fachhochschulen genauso viel leisten wie bisher, sagte Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) gestern in Schwerin. Auch für das laufende Jahr zahle das Land 2,3 Millionen Euro mehr als ursprünglich vorgesehen. "Wir haben keine Unterfinanzierung der Hochschulen, das ist definitiv gesichert", so Brodkorb. Dies lasse sich auch an den Rücklagen ablesen, die die Hochschulen in den vergangenen Jahren gebildet haben. Sie betragen laut Brodkorb inzwischen knapp 38 Millionen Euro. Die Hochschulen hätten genügend Geld, um auslaufende Zeitverträge mit Hochschuldozenten zu erneuern und um den Professoren monatlich bis zu 600 Euro mehr Grundgehalt zu zahlen, so der Bildungsminister.

Die Hochschulen hatten in den vergangenen Tagen allerdings deutliche größere Finanzlöcher beklagt, die mit dem nun zugesagten Geld kaum zu stopfen sind. Allein die Uni Rostock bezifferte ihren Mehrbedarf für 2014 auf 17,4 Millionen Euro. Der Uni Greifswald fehlen angeblich 7,7 Millionen Euro. Das Land stelle sicher, dass der Status Quo gehalten werden kann, so Brodkorb. Die Hochschulen wollten darüber hinausgehen, und rechneten deshalb mit höheren Summen. Laut Brodkorb gibt Mecklenburg-Vorpommern pro Einwohner 284 Euro für die Hochschulen aus. Nur Hessen sei spendabler. Auch bei den Ausgaben pro Student liege Mecklenburg-Vorpommern im bundesweiten Vergleich im vorderen Viertel. Dennoch werde das Land noch mehr Geld locker machen. In den Jahren 2016 bis 2018 sollen zusätzliche Finanzen für wissenschaftliche Großgeräte bereitgestellt werden. Ab 2017 sollen 114 Extra-Millionen den Hochschulbauten zugute kommen. Außerdem bekommt die Forschungsförderung zwischen 2014 bis 2020 30 Millionen Euro mehr als geplant. Der Hochschulexperte der Linksfraktion im Landtag, Hikmat Al Sabty, begrüßte die Entscheidung der Landesregierung, für die Hochschulen mehr Geld auszugeben. Fraglich bleibe für ihn, ob sie tatsächlich reichen werden. Johannes Saalfeld (Grüne) glaubt, das Geld reiche weiterhin nicht aus, das Vierfache wäre nötig, um die Finanzlücken zu schließen. Deshalb wollen die Grünen Vertreter der Hochschulen in den Landtag einladen. "Offensichtlich müssen SPD und CDU die Nöte und Probleme der Hochschulen direkt in Schwerin vorgetragen werden", so Saalfeld.

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