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Mecklenburgisches Staatstheater Schwerin : Bis zu 60 Kündigungen am Theater

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Eine Insolvenz ist offenbar vorerst vom Tisch. Der Haupt- und der Finanzausschuss empfahlen gestern auf ihrer gemeinsamen Sitzung der Stadtvertretung mit Mehrheit, der Bühne einen nochmaligen Zuschuss zukommen zu lassen.

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erstellt am 08.Feb.2012 | 12:16 Uhr

Schwerin | Eine Insolvenz des Mecklenburgischen Staatstheaters ist offenbar vorerst vom Tisch. Der Haupt- und der Finanzausschuss empfahlen gestern auf ihrer gemeinsamen Sitzung der Stadtvertretung mit Mehrheit, der Bühne einen nochmaligen Zuschuss von 1,4 Millionen Euro zukommen zu lassen. Gleichzeitig soll bis Ende März ein Sanierungskonzept vorgelegt werden. Und das wird es in sich haben. "Wir werden um betriebsbedingte Kündigungen nicht herum kommen", sagte Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow. "Die vom Aufsichtsrat beschlossenen Maßnahmen werden jedoch nicht ausreichen." Das Gremium hatte unter anderem die Streichung von 13 Musikerstellen und die Schließung der Fritz-Reuter-Bühne festgelegt. "Ich gehe aber von bis zu 60 Kündigungen im ganzen Haus aus", so Gramkow.

Haupt- und Finanzausschuss sprachen sich außerdem dafür aus, dass "der kaufmännische Bereich des Theater kurzfristig gestärkt " wird. Soll heißen: Intendant Joachim Kümmritz soll das Konsolidierungskonzept nicht allein erarbeiten, sondern zusammen mit der städtischen Gesellschaft für Beteiligungsverwaltung und einem ins Theater geschickten externen Fachmann. Wer das sein wird, steht noch nicht fest. "Wir wollen aber keinen zweiten Geschäftsführer und keine zusätzlichen Ausgaben", betonte Linken-Fraktionschef Gerd Böttger.

Die Diskussion und die Beschlüsse fanden nicht die uneingeschränkte Zustimmung. Stadtvertreter Manfred Strauß nannte die Veranstaltung eine "Farce". Er sprach sich dagegen aus, immer wieder zusätzliches Geld in die Spielstätte zu pumpen. "Statt der im Haushaltsentwurf der Stadt ausgewiesenen 6,6 Millionen Euro werden es in diesem Jahr letztendlich mehr als neun Millionen sein. Dieses Theater hat aber nicht das alleinige Recht zu sagen, ich brauche mehr Geld."

Auch die Unabhängigen Bürger stimmten gegen die Verwaltungsvorlage. "Die Kosten für die Sanierung sind in der mittelfristigen Finanzplanung nicht enthalten", kritisierte Fraktionschef Silvio Horn. "Der große Knall kommt erst im nächsten Jahr." Dann erst können Kündigungen ausgesprochen werden. Bei den zu zahlenden Abfindungen setzt die Oberbürgermeisterin auf Hilfe durch das Land. "Wir haben die Zusicherung, uns bei den Sanierungskosten zu helfen." Aber auch sie betonte, dass die insolvenz nur für 2012 abgewendet wurde.

Das letzte Wort zum 1,4-Millionen-Zuschuss und zum Sanierungskonzept haben nun die Stadtvertreter am Montag. Ob sie dann alles zur Sicherung des Staatstheaters getan haben, wissen sie aber auch nicht. "Die Bauchschmerzen sind nicht weniger geworden", sagte SPD-Vertreter Sebastian Heine. Alles, was uns momentan trägt, ist die Hoffnung."


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