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Menschen mit Behinderung ernten Gemüse : Biohof in Zietlitz wächst

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Gestern war Erntetag auf dem Gemüsefeld des Biohofes in Zietlitz, der vom Diakoniewerk Neues Ufer Rampe betrieben wird. Die Beschäftigten sortieren das Erntegut gleich vor Ort auf dem Hof:

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erstellt am 08.Aug.2012 | 10:19 Uhr

Gestern war Erntetag auf dem Gemüsefeld des Biohofes in Zietlitz, der vom Diakoniewerk Neues Ufer Rampe betrieben wird. Die Beschäftigten sortieren das Erntegut gleich vor Ort auf dem Hof: Lauchzwiebeln, Zucchini, Pastinaken, Kohlrabi, Rote Beete, Fenchel, Kartoffeln werden auf den Transporter aufgeladen. Aber auch Tomaten und Gurken aus den Folienzelten sowie Auberginen und Kräuter. Das Gemüse wird nach Rampe gebracht und dort verkauft. „Wir haben dienstags und donnerstags von 12 bis 13 Uhr Markttag vor unserem Essenraum“, erzählt Berno Thim, Werkstattleiter des Diakoniewerkes. Dort können Kunden, etwa Mitarbeiter des in Rampe ansässigen Landeskriminalamtes, das Angebotene kaufen. Was übrig bleibt, werde in der Küche des Diakoniewerkes verarbeitet, so Thim.

Zum Biohof gehört auch eine Rinderherde, die auf den Weiden hinter den Stallanlagen weidet. „Das sind Angus-Rinder, die wir hier halten. Die Tiere sind robust, können vom Prinzip her das gesamte Jahr über auf der Koppel bleiben. Wir stallen sie aber im späten Herbst ein, hier können sie dann besser gefüttert werden“, erklärt Berno Thim. „Damit die Tiere in den Sommermonaten aber nicht völlig den Menschen-kontakt verlieren und eventuell verwildern, bringen unsere Beschäftigten jeden Morgen und Abend ein wenig Zusatzfutter vorbei. Und frisches Wasser kriegen sie sowieso.“ Gehalten werden die Tiere wegen ihres Fleisches. Die Angus-Herde in Zietlitz zählt jetzt 30 Muttertiere und einen Bullen. Größer anwachsen soll der Bestand nicht. Gestartet ist das landwirtschaftliche Unternehmen mit 17 Tieren. Die Kälber werden bislang noch verkauft. Angestrebt aber wird eine eigene Vermarktung des Bio-Fleisches. Das werde dann, wie übrigens schon jetzt das Gemüse, bio-zertifiziert sein, betont Thim.

Den Biohof Zietlitz – er ist Teil der Ramper Werkstätten – gibt es erst seit wenigen Jahren. Das Unternehmen ging aus einem Teil des ehemaligen landwirtschaftlichen Betriebes Illmann & Brunswig in Zietlitz hervor. Die Beschäftigten, Menschen mit Behinderung, bauen Gemüse an, pflegen und ernten es – auf rund 9000 Quadratmetern. Unterstützt werden sie dabei von Katharina Schmidt, die Landwirtschaft studiert hat und derzeit hier den Bundesfreiwilligendienst leistet, sowie von Lehrling Andreas Wendt, der Landwirt werden möchte. Geleitet wird der Hof von Robert Steinbruch.

Derzeit richtet das Diakoniewerk Neues Ufer Rampe ein Sanitärgebäude auf dem Biohof her, um die Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten zu verbessern. Das Gebäude besteht aus einer Containeranlage. Die Räume wurden ehemals von Hortkindern genutzt. Thim: „Wir haben die Anlage in der Nähe von Rostock gekauft.“ Entstehen sollen Umkleide- und Aufenthaltsräume sowie Duschen und Toiletten. Die Anschlüsse sollen schon in der nächsten Woche gelegt werden. Geplant ist zudem, hier einen kleinen Hofladen einzurichten.

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