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Schadstoffeinträge in MV gestiegen : Bio-Kraftwerke belasten Luft

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Dicke Luft auf dem Bauernhof: Der massenweise Aufbau von Biogasanlagen hat die Schadstoffbelastung in der Luft MVs in den letzten Jahren in die Höhe getrieben. So ist der Ausstoß von Stickoxiden deutlich gestiegen.

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erstellt am 31.Jan.2012 | 07:47 Uhr

Güstrow | Dicke Luft auf dem Bauernhof: Der massenweise Aufbau von Biogasanlagen hat die Schadstoffbelastung in der Luft Mecklenburg-Vorpommerns in den letzten Jahren in die Höhe getrieben. So sei der Ausstoß von Stickoxiden aus Energieerzeugungsanlagen, Heizkraftwerken und Biogasanlagen deutlich gestiegen, geht aus dem vom Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie in Güstrow vorgelegten neuen Emmissionskataster MV hervor. Der Bericht berücksichtigt Schadstofffreisetzungen aus Industrie- und Agraranlagen im Jahr 2008.

Besonders betroffen: Rostock. Fast ein Drittel aller Stickoxid-Emmissionen des Landes wurden in MV festgestellt. Auffällig aber auch: die Region Hagenow und südlich von Schwerin, Neubrandenburg, Stavenhagen, Neustrelitz, Penkun und Wismar. Stickoxide und Schwefeloxide können beim Menschen zu Schleimhautreizung führen. Auch wird das Waldsterben unter anderem auf Schefeldioxid in der Atmosphäre und seine Wirkung auf Pflanzen (saurer Regen) zurückgeführt. Schwefelsaurer Regen ist auch für Bauwerks- und Materialschäden verantwortlich.

Die Belastungen werden immer mehr: Durch die weiter steigende Zahl von Biogasanlagen sei auch mit größeren Lufteinträgen zu rechnen. Trotz Schadstoffzunahme Entwarnung von der Fachfrau: "Es besteht keine Gefahr für die Menschen", sagte Margaritta Ebner von Eschenbach, Schadstoff-Expertin des Landesamtes. MV sei nach wie vor ein Land mit der saubersten Luft. So stammten beispielsweise lediglich ein Prozent aller Stickoxid-Emmissionen in Deutschland aus MV.

Indes setzte die Landwirtschaft immer mehr Schadstoffe frei. So stammen dem Bericht zufolge 95 Prozent aller Ammonik-Emissionen aus Anlagen der Tierhaltung, besonders aus Schweinemast- und -zuchtanlagen sowie Hühnerställen. Während nach dem radikalen Abbau der Tierbestände seit Anfang der 90er-Jahre die Ammoniak-Emmissionen zwischen 1994 und 2004 mehr als halbiert hatten, steigen sie in den letzten Jahren wieder deutlich an - durch den Ausbau der Tierbestände. In landesweit 73 Anlagen sei der Ammoniak-Ausstoß, der u. a. Bodenversauerung, Waldschäden sowie Gewässerschäden führen kann, so hoch, dass er an ein europäisches Schadstoffregister gemeldet werden musste - u. a. zwischen Friedland und Gützkow, Stavenhagen, Malchin, rund um Ludwigslust und nahe Wittenburg. Auch in den kommenden Jahren sei mit einem Anstieg zu rechnen, prognostiziert das Landesamt.

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