zur Navigation springen

Weiterbildung in MV : Bildungsurlaub wenig nachgefragt

vom
Aus der Onlineredaktion

Jährlich fünf Tage bezahlter Freistellung von der Arbeit zur Weiterbildung

svz.de von
erstellt am 30.Jan.2017 | 05:00 Uhr

Ein Englisch-Kurs, um die Korrespondenz im Büro besser erledigen zu können, Schulungen zum ehrenamtlichen Richter oder zur Auseinandersetzung mit Rassismus und Rechtsextremismus: Beschäftigten in Mecklenburg-Vorpommern stehen – mit wenigen Ausnahmen – jährlich fünf Tage bezahlter Freistellung von der Arbeit zu, um sich beruflich, gesellschaftlich oder politisch weiterzubilden. Genutzt wird diese Möglichkeit indes nur von vergleichsweise wenigen Menschen – das lässt sich zumindest aus dem Abfluss der für Bildungsfreistellungen im Landeshaushalt bereitstehenden Mittel schlussfolgern.

Von 188 400 Euro im Jahr 2016 wurden nach Auskunft des Bildungsministeriums bis kurz vor Jahresende lediglich 81 390 Euro ausgezahlt. Auch in den Vorjahren blieb ein großer Teil der in gleicher Höhe bereitgestellten Haushaltsmittel ungenutzt: 2014 wurden nach Ministeriumsangaben lediglich 131 393,64 Euro in Anspruch genommen, 2015 waren es sogar nur 92 048,85 Euro.


Schwerpunkt Ehrenamtsbereich


Bis 2013 war alles noch ganz anders. Damals waren die Landesmittel, aus denen Arbeitgeber den Verdienstausfall während der Weiterbildung ihrer Beschäftigten erstattet bekamen, meist schon im April oder Mai des laufenden Jahres aufgebraucht. Zu dieser Zeit war der Anspruch auf Bildungsfreistellung aber an das Vorhandensein von Landesmitteln gekoppelt. Sprich: Wer erst im Sommer einen Antrag stellte, ging leer aus. Statt wie beispielsweise im benachbarten Schleswig-Holstein 7000 konnten hierzulande nur mehrere hundert Menschen Bildungsurlaub machen.

Eine Gesetzesnovelle im Dezember 2013 sollte das ändern. Der Freistellungsanspruch des Arbeitnehmers und der Erstattungsanspruch des Arbeitgebers wurden voneinander getrennt. Statt den tatsächlichen Verdienstausfall bekommen Arbeitgeber seither nur noch Pauschalen erstattet. Und: Zwei Drittel der verfügbaren Landesmittel sind jetzt für Weiterbildungen im politischen sowie im Ehrenamtsbereich reserviert. Doch aus diesem Bereich kamen dem Bildungsministerium zufolge im vergangenen Jahr (bis 19.12.) gerade einmal 66 Anträge auf Erstattung des Arbeitsentgelts, 595 Anträge bezogen sich dagegen auf berufliche Weiterbildungen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen