Bildungskarte : Bildungspaket hilft zu wenigen

Landkreis-Sprecher Kay-Uwe Neumann: Bildungskarte für Angebote aus dem Bildungspaket
Landkreis-Sprecher Kay-Uwe Neumann: Bildungskarte für Angebote aus dem Bildungspaket

Landkreis Rostock wirbt für Bildungskarte und wünscht sich mehr Inanspruchnahme

von
06. April 2015, 21:03 Uhr

Noch immer gibt es Unsicherheiten in Bezug auf das 2011 eingeführte Bildungspaket. Wer darf welche Leistungen überhaupt in Anspruch nehmen? Und an wen können sich Anspruchsberechtigte wenden? Zur Vereinfachung hat der Landkreis Rostock bereits im Juli 2014 die so genannte Bildungskarte eingeführt. 1500 dieser Ausweise im Scheckkartenformat, mit denen sozial Benachteiligte für ihre Kinder bestimmte Angebote in Anspruch nehmen können, wurden ausgestellt. „Das ist aber nicht die Masse, die es sein könnte“, sagt Landkreis-Sprecher Kay-Uwe Neumann. Die Zahl derjenigen, die vom Bildungspaket profitieren könnten, liege viel höher. Doch nicht einmal der Landkreis hat einen genauen Überblick: „Wie viele Anspruchsberechtigte es im Landkreis gibt, ist derzeit nicht darstellbar. Hieran wird gearbeitet“, sagt Neumann. Dennoch: „Der Landkreis wünscht sich eine stärkere Inanspruchnahme der Leistungen aus dem Bildungspaket.“ Deshalb wurde jetzt ein Flyer erstellt, der die wesentlichen Eckpunkte des Bildungspakets für Kinder und Jugendliche darstellt. Dieser wurde bereits an Sportvereine, Vereine, Lernförderer, Musikschulen und Wohngeldstellen verteilt.

Das Bildungspaket gilt ab Geburt und bis zum Ende der Schullaufbahn, längstens bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres. Wer Arbeitslosengeld II bezieht, stellt den Antrag auf eine Bildungskarte beim Jobcenter, wer Wohngeld, Kinderzuschlag, Sozialhilfe oder Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz bekommt, beim Sozialamt.

Unter www.bildungs-karte.org können sich Kinder oder Jugendliche über die Anbieter und Angebote aus ihrer Region informieren. Im Landkreis Rostock können die Kinder und Jugendlichen derzeit bei 132 Anbietern die Bildungskarte nutzen. „Laufend melden sich weitere Anbieter an“, sagt Neumann. Die Bildungskarte wird in den Bereichen Mittagessen, Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben, also etwa bei Vereinsmitgliedschaften, sowie seit dem 16. Februar auch in der Lernförderung eingesetzt. „An erster Stelle wird die Karte bei der Mittagsverpflegung in Schulen genutzt. Es folgt dann die Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben und die Lernförderung“, erläutert Neumann. Jeden Monat können diese Angebote in Anspruch genommen werden, wenn sie denn bewilligt worden sind. So gibt es unter anderem monatlich zehn Euro für die „Soziokulturelle Teilhabe“, also für Sport, Freizeit, Kultur, für gemeinschaftliche Freizeiten oder Vereinsmitgliedschaften, so Neumann.

Anträge im Internet:

www.landkreis-rostock.de.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen