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Bezahlen per Funk: Sparkassen geben neue Girocard aus

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erstellt am 04.Jan.2012 | 06:11 Uhr

Berlin | Millionen Sparkassen-Kunden können von diesem Jahr an mit ihrer Karte kleine Einkäufe kontaktlos bezahlen - ohne PIN-Eingabe oder Unterschrift. Die Beträge von bis zu 20 Euro werden abgebucht, wenn Kunden ihre Girocard (früher EC-Karte) vor ein Lesegerät halten. "Im August beginnt die bundesweite Einführung", kündigte Werner Netzel, Vorstandsmitglied des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands, an. 16 Millionen der insgesamt 45 Millionen Sparkassen-Cards werden in diesem Jahr ausgetauscht. Die bisher wenig genutzte Geldkarten-Funktion wird mit der NFC-Funktechnik (Near Field Communication) aufgerüstet, die die Bezahl-Information an das Lesegerät überträgt. "Dabei werden Kleinbeträge bis 20 Euro kontaktlos bezahlt - das heißt wesentlich schneller, als wenn sie die Karte in einen Schlitz stecken und eine PIN eingeben oder unterschreiben", sagte Netzel. "Für die Kunden entstehen keine Kosten."

Die Sparkassen-Kunden in Brandenburg müssen sich allerdings gedulden. Erst ab Sommer werden beim regulären Austausch der Girokarten die neuen Chips mit ausgeteilt. Der Ostdeutsche Sparkassenverband rechnet mit rund 300 000 Karten in diesem Jahr, das ist knapp ein Fünftel des Bestandes im Land. In der Prignitz zählt die Sparkasse rund 40 000 Girokonten, die für das System genutzt werden könnten.

Sparkassen-Sprecherin Cosima Ningelgen ist zuversichtlich, dass sich die Technik durchsetzt. Das Interesse der Händler in Ballungsgebieten sei aber deutlich höher als auf dem Land. Dort seien Firmen bislang zurückhaltender: Unternehmer brauchen Lesegeräte und für die Händler fallen Gebühren bei jedem Bezahlvorgang an. Ein Brötchen für 50 Cent so zu bezahlen sei nicht wirtschaftlich. Wann das Bezahlen per Funk in der Prignitz Einzug hält, konnte Helge Reiter von der hiesigen Sparkasse noch nicht sagen.

Mitte April startet ein Pilotversuch im Raum Hannover, Braunschweig, Wolfsburg. Kontaktlos zahlen könnten Kunden zunächst an Esso-Tankstellen, beim Buchhändler Thalia, der Süßwarenkette Hussel und in den Textilhäusern von Appelrath-Cüpper. Die Banken sehen Vorteile für Unternehmen und Kunden: kürzere Kassenschlangen und mehr Umsatz. Aufladen mit bis zu 200 Euro können Kunden ihre Karte am Geldautomaten oder an Bezahlterminals des Handels. Das kontaktlose Zahlen sei genauso sicher wie die anderen Zahlverfahren, hebt der Verband hervor.

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