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Serie: 10 Jahre Euro : Bezahlen im Internet - aber sicher

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Lippenstift, Bücher und Schuhe, Digitalkamera, Fahrrad und Computer – im Internet kann man fast alles kaufen. Wenn es am Ende der Shopping-Tour ans Bezahlen geht, bieten sich dem Kunden verschiedene Wege.

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erstellt am 14.Jan.2012 | 04:46 Uhr

Lippenstift, Bücher und Schuhe, Digitalkamera, Fahrrad und Computer - im Internet kann man mittlerweile fast alles kaufen. Wenn es am Ende der Shopping-Tour ans Bezahlen geht, bieten sich dem Kunden verschiedene Wege. Doch welchen kann der Verbraucher gehen, ohne in die Fänge von Betrügern zu geraten? Die schlechte Nachricht vorweg: 100-prozentige Sicherheit gibt es bei den Online-Bezahlverfahren nicht. Und die gute? Oft kann man auch klassische Wege wie Überweisung oder Lastschrift nutzen. Und wer ein paar Tipps beherzigt, reduziert auch bei elektronischen Verfahren das Risiko. Ein Überblick:

Die Rechnung

Beim Einkaufen im Versandhandel oder in Internetshops das sicherste Zahlungsmittel. "Die Rechnung bezahlt man erst, wenn man die Ware in der Hand hält und auch behalten möchte", sagt Axel Drückler, Finanzexperte der Neuen Verbraucherzentrale MV. Der Kunde muss keinerlei Kontodaten preisgeben. Doch leider bieten nicht alle Anbieter diese Zahlungsmethode an.

Die Lastschrift

Um per Lastschrift zu bezahlen, übermittelt der Kunde seine Bankverbindung an den Verkäufer und erteilt ihm eine Einzugsermächtigung. Dieser belastet das Konto des Käufers mit dem zu zahlenden Betrag und fertig. Die Gefahr, keine Ware zu bekommen, obwohl man bezahlt hat, besteht nicht. Lastschriften auf Grundlage einer Einzugsermächtigung kann der Verbraucher innerhalb von sechs Wochen nach Rechnungsabschluss (im europäischen Lastschriftverfahren acht Wochen nach Kontobelastung) zurückbuchen lassen. "Wichtig ist deshalb, seine Kontoauszüge regelmäßig auf unrechtmäßige Abbuchungen hin zu überprüfen", so Drückler.

Aber Vorsicht: Das Lastschrift-Formular des Anbieters genau durchlesen. Es muss sich um eine Einzugsermächtigung handeln, Begriffe wie Abbuchungsauftrag oder -erlaubnis dürfen nicht erscheinen. Bei einem Abbuchungsauftrag besteht kein Widerspruchsrecht.

Nachteil der Lastschrift: Die Kontodaten müssen via Internet übermittelt werden. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) rät, darauf zu achten, dass alle Daten über eine sichere SSL-Verbindung verschlüsselt übertragen werden - sowohl die persönlichen Angaben als auch alle Informationen zu Bankverbindung oder Kreditkarte. Dass eine sichere Übertragung erfolgt, ist daran zu erkennen, dass in der Adresszeile statt "http" dann "https" steht. Außerdem ist in der Statuszeile ein geschlossenes Schlosssymbol zu sehen.

Kreditkarte

Vor allem bei größeren Buchungen wird häufig mit der Kreditkarte bezahlt. Das ist bequem. Der Kunde muss nur die Kreditkartengesellschaft, die Kartennummer und die dreistellige Sicherheitsnummer angeben. Auch dabei muss auf die verschlüsselte Übertragung geachtet werden. Das größte Problem bei der Kreditkartennutzung ist laut BSI, dass immer wieder Betrüger versuchen, an die Daten zu kommen. Phisher fälschen E-Mails, die den Mails des Internet-Shops sehr ähneln, und versuchen so, den Verbraucher zur Preisgabe der Daten zu bringen.

Unberechtigten Abbuchungen vom Kreditkartenkonto kann in der Regel widersprochen werden. Deshalb gilt auch hier: Abrechnungen regelmäßig kontrollieren.

Vorkasse

Bei dieser Zahlmethode verschickt der Händler die Ware erst, wenn das Geld vom Kunden auf seinem Konto eingegangen ist. Das BSI rät generell ab. Wer dennoch Vorkasse leisten möchte - beispielsweise weil es einen Preisnachlass oder für andere Zahlweisen Zusatzgebühren gibt - sollte sich vorher intensiv über den Händler informieren. Neben elektronischen Kontaktdaten sollten auch Adresse und Telefonnummer angegeben sein. Im Internet kann man nach Erfahrungen anderer fahnden, indem man bei Suchmaschinen den Namen des Shops und das Wort "Problem" eingibt. Gravierender Nachteil der Vorkasse: Der Kunde trägt das Risiko, dass die Ware nicht ankommt.

Nachnahme

Bezahlt wird, wenn der Postbote mit der Ware vor der Tür steht. Nachteil: Er händigt das Paket erst aus, wenn er das Geld hat. Der Kunde sieht also nicht, wofür er bezahlt. Außerdem fallen zusätzliche Gebühren an. Dafür erfolgt der Versand in der Regel sehr schnell, weil der Verkäufer nicht auf die Bezahlung warten muss.

PayPal

PayPal ist ein Unternehmen des Internetauktionshauses Ebay und wird häufig - aber nicht nur - für Transaktionen über diese Plattform genutzt. Darüber hinaus steht diese Bezahlmethode in rund 20 000 Online-Shops in Deutschland zur Auswahl. Um sie zu nutzen, muss sich der Verbraucher bei PayPal anmelden und ein Konto einrichten. Beim Shoppen im Internet gibt er dann nur seinen Mitgliedsnamen und das Passwort ein und bestätigt die Zahlung an den jeweiligen Händler. Der bekommt von PayPal das Geld. Das PayPal-Konto wird über Kreditkarte oder Lastschrift ausgeglichen. Es ist auch möglich, ein Guthaben auf das Konto zu überweisen. Bei berechtigten Reklamationen wird der Kaufpreis zurückgeholt. Ähnlich funktionieren auch die Bezahlsysteme Click & Buy und Moneybookers, wobei bei letzterem Anbieter ein Guthaben auf dem Konto vorhanden sein muss.

Giropay

Voraussetzung für Giropay ist ein Online-Konto bei einem teilnehmenden Kreditinstitut, zu denen die meisten Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken gehören und einige andere Banken. Im Online-Shop gibt man beim Bezahlen die Bankleitzahl ein und wird direkt zum Onlinebanking seiner Bank weitergeleitet. Dort loggt man sich wie gewohnt ein und veranlasst die Überweisung mit einer TAN, wobei das Formular bereits komplett ausgefüllt ist.

Paysafecard

Die Paysafecard ist eine PrePaid-Bezahllösung fürs Internet, genutzt vor allem bei Onlinespielen und Communities. Auf den Karten, die man in einigen Drogeriemärkten, Discountern oder in vielen Tankstellen erwerben kann, befindet sich ein bestimmtes Guthaben. Bezahlt wird im Internet dann mit Hilfe einer 16-stelligen PIN, die auf der Karte steht. Alternativ kann man sich bei Paysafecard anmelden, um dann mit Benutzernamen und Password zu zahlen. Eine sichere Zahlungsmethode. Nur wenn die Karte verloren geht, ist auch das Guthaben futsch.

Geldkarte

Auch mit der Geldkarte kann im Internet bezahlt werden. Voraussetzung ist ein Chipkartenleser am heimischen Rechner und ein Guthaben auf der Karte. Vom Händler wird eine virtuelle Rechnung erzeugt und über den Computer des Kunden zum Kartenlesegerät übertragen, das den Betrag anzeigt. Über die Tastatur muss der Zahlungsvorgang dann bestätigt werden.

Darüber hinaus gibt es noch unzählige weitere Zahlungswege, auch über das Telefon oder das Handy, und ständig kommen neue hinzu. Generell gilt: Mit einem gewissen Misstrauen und gesundem Menschenverstand an alle Online-Käufe und Bezahlvorgänge herangehen und die Seriösität der Anbieter prüfen. Wichtig ist, nicht bei jedem Bezahldienst und Internethändler mit dem gleichen Benutzernamen und Passwort angemeldet zu sein. Das würde den Missbrauch erleichtern.

Mit dem heutigen zwölften Teil geht unsere Verlagsserie rund ums Geld zum 10. Jahrestag der Einführung des Euro-Bargeldes zu Ende. Alle Teile können Sie auch im Internet unter www.svz.de, www.prignitzer.de oder www.nnn.de nachlesen.


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