Demografie : Bevölkerungsschwund gestoppt

Bevölkerungswachstum
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Nicht überall ist das Wachstum positiv. Für Steinburg und Dithmarschen wurden Minuswerte von gut 2,4 Prozent ermittelt.

Zahlen deuten darauf hin, dass der Abwärtstrend in MV aufgehalten ist. Nennenswerten Zuwachs verzeichnen aber nur die großen Städte

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24. April 2018, 20:45 Uhr

Entgegen früherer Prognosen hat sich die Einwohnerzahl in Mecklenburg-Vorpommern bei gut 1,6 Millionen stabilisiert. Wie das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung gestern in Bonn mitteilte, lebten Ende 2016 nur 0,3 Prozent weniger Menschen im Nordosten als im Jahr 2010. Im Vergleich zum Jahr 2000 lag der Bevölkerungsschwund hingegen bei 8,6 Prozent.

Zuzüge aus dem In- und Ausland sowie wieder leicht steigende Geburtenzahlen sorgten zuletzt dafür, dass Sterbefälle und Fortzüge weitgehend kompensiert wurden.

Bundesweit wuchs die Bevölkerung in den zurückliegenden sechs Jahren um knapp 2,8 Prozent. Die Stadtstaaten Hamburg und Berlin legten dabei besonders kräftig zu und bestätigten damit die Tendenz, dass vor allem große Städte und deren Umland als Wohnorte immer beliebter werden. Das zeigte sich auch in Mecklenburg-Vorpommern. In Rostock wuchs die Einwohnerzahl den Angaben zufolge von 2010 bis 2016 um fast 3,6 Prozent, in Schwerin um 4,6 Prozent.

Als einziger der sechs Kreise verzeichnete Rostock-Land in diesen sechs Jahren ein leichtes Einwohnerplus von 0,3 Prozent. Doch hielt sich der personelle Aderlass auch in der Mecklenburgischen Seenplatte in diesem Zeitraum mit einem Minus von 2,7 Prozent in Grenzen. Von 2000 bis 2016 betrug der Bevölkerungsrückgang dort 14,7 Prozent. Auch bundesweit verloren ohnehin dünn besiedelte Landkreise abseits der Ballungsräume weiter an Bevölkerung, besonders stark in Sachsen-Anhalt und Thüringen.

Die Bevölkerungsentwicklung hat weiterhin auch Auswirkungen auf die regionale Altersstruktur. So stieg der Altersdurchschnitt in Mecklenburg-Vorpommern auf 46,4 Jahre. Höher war er 2016 nur in Brandenburg mit 46,6, in Thüringen mit 46,7 und in Sachsen-Anhalt mit 47,2 Jahren. In Hamburg war das Durchschnittsalter 41,7 und in Berlin 42,2 Jahre. Der Bundesdurchschnitt lag bei 43,9 Jahren. Am jüngsten ist die Bevölkerung in den Universitätsstädten Heidelberg und Freiburg mit knapp 40 Jahren. Rostock kam auf 44,5 Jahre.

Jüngste Daten des Statistischen Landesamts zeigten, dass im ersten Halbjahr 2017 mehrere Landkreise Einwohner hinzugewonnen haben.

Demnach legten neben dem Landkreis Rostock auch Nordwestmecklenburg, Vorpommern-Rügen und Ludwigslust-Parchim leicht zu. Einwohnerverluste gab es erneut in den Landkreisen Mecklenburgische Seenplatte und Vorpommern-Greifswald, allerdings in geringem Umfang. In Rostock und Schwerin blieben die Zahlen fast konstant.

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