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Mecklenburg-Vorpommern : Bettensteuer bleibt umstritten

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Die Stadtverwaltung in Schwerin hat es auf Zusatzeinnahmen durch die Bettensteuer abgesehen. Hamburg kassiert bereits seit Jahresbeginn und könnte zusätzliche Gelder in Millionenhöhe einnehmen.

svz.de von
erstellt am 19.Feb.2013 | 10:44 Uhr

Rostock/Schwerin | Knapp 28 Millionen Gäste-Übernachtungen verzeichnete das Statistische Landesamt 2012 für Mecklenburg-Vorpommern. In Hamburg, wo seit Jahresbeginn eine Bettensteuer zwischen 50 Cent und 4 Euro pro privater Übernachtung kassiert wird, könnte sich die Stadtverwaltung bei solchen Gästezahlen über Einnahmen in zweistelliger Millionenhöhe freuen. Auf diese zusätzlichen Gelder hat es auch die Stadtverwaltung in Schwerin abgesehen, wo sich derzeit verschiedene Ausschüsse mit dem Thema befassen. Gemeinsam mit einem großen Sparpaket könne die Bettensteuer in der Landeshauptstadt aber frühestens im März beschlossen werden, sagte Stadt-Sprecherin Michaela Christen. Zusatzeinnahmen in Höhe von bis zu 350 000 Euro pro Jahr seien so möglich. In etwa die Summe, die die Stadt für das Stadtmarketing zuschieße.

"Für den Dehoga wäre das natürlich ein Drama", sagt Matthias Dettmann, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) Mecklenburg-Vorpommern. Er könne die Suche nach Finanzierungsquellen nachvollziehen, aber einzelne Branchen einseitig zu belasten, sei unfair. "Der Dehoga ist ein klarer Gegner der Bettensteuer, wir fordern eine freiwillige Beteiligung der Unternehmen, ein Mitspracherecht bei der Verteilung der Gelder und eine zweckgebundene, transparente Verwendung der Einnahmen", sagte Dettmann.

In Rostock setzen Stadtverwaltung und Tourismusbranche seit 2010 auf eine freiwillige Beteiligung der Unternehmen an der Finanzierung des Tourismusmarketings.

Der Geschäftsführer des Tourismusverbandes MV, Bernd Fischer, hat seine Zweifel, ob ein auf Freiwilligkeit beruhendes Konzept ein nachhaltiges und wettbewerbsfähiges Marketing ermöglicht. Doch auch eine Bettensteuer sei für das gesamte Bundesland nur die zweitbeste Lösung. "Ich würde für alle Orte mit touristischer Relevanz eine Tourismusabgabe bevorzugen. Von den Einnahmen könnten auch Orte zehren, die nicht direkt vom Tourismus profitieren, aber Ausgaben wie zum Beispiel die Instandhaltung von Radwegen oder Beschilderung haben", sagte Fischer.

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