Betrug: Neue Klage gegen Radiomoderator Japke

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10. Mai 2013, 07:07 Uhr

Rostock | Ex-Radiomoderator Marcus Japke droht ein neuer Prozess: Die Rostocker Staatsanwaltschaft wirft ihm Bankrott und gewerbsmäßig begangenen Betrug im Zusammenhang mit Gewinnspielen seines ehemaligen Arbeitgebers vor. Japke war 2012 wegen mehrfachen sexuellen Missbrauchs ein es Kindes zu einer Haftstrafe verurteilt worden.

Jetzt muss er mit einem weiteren Verfahren rechnen. Wie die Staatsanwaltschaft Rostock gestern berichtete, hat sie gegen den 39-Jährigen beim Landgericht Anklage erhoben. Er soll im Zusammenhang mit einer Privatinsolvenz ab 2005 erhebliche Teile seines Vermögens beiseitegeschafft oder verheimlicht und so seine Gläubiger geschädigt haben.

Zudem soll er zwischen 2008 und 2010 gemeinsam mit einem anderen Mann ein Gewinnspiel seines Radiosenders Ostseewelle Hitradio MV manipuliert haben. Die beiden Männer sollen andere Personen dazu bewegt haben, bei dem Gewinnspiel mitzumachen. Der Moderator habe sie dann durch die für ihn erkennbaren Rufnummern als Gewinner ausgewählt. Von den so "gewonnenen" 75 200 Euro seien 61 400 Euro an den Moderator und seinen Kumpanen geflossen, der größte Teil davon an den 39-Jährigen selbst.

Japke war im vergangenen November zu drei Jahren und zwei Monaten Haft wegen Kindesmissbrauchs verurteilt worde. Er hatte in dem Prozess gestanden, ein anfangs zwölf Jahre altes Mädchen zwischen 2005 und 2008 missbraucht zu haben. 46 Einzeltaten waren ihm vorgeworfen worden. Verurteilt wurde er für 26 Fälle bis zum vollendeten 13. Lebensjahr des Mädchens. Das Urteil war nach einer Absprache zustande gekommen und als vergleichsweise milde bezeichnet worden. Wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft gestern sagte, droht Japke im Falle einer neuen Verurteilung eine Gesamtfreiheitsstrafe von bis zu zehn Jahren.

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