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Prozess um Linken-Politikerin : Betrug? Karen Larisch vor Gericht

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Kommunalpolitikerin und Landtagskandidatin der Linken muss sich im Juli vor dem Güstrower Amtsgericht verantworten

von
erstellt am 03.Mai.2016 | 21:00 Uhr

Mit ihrem mutigen Kampf gegen Rechtsextremismus und für soziale Projekte hatte sich die Güstrowerin über die Grenzen ihrer Heimatstadt hinaus einen Namen gemacht. Die Linke hat sie dafür auf den aussichtsreichen neunten Platz ihrer Kandidatenliste zur Landtagswahl am 4. September gesetzt. Jetzt muss Karen Larisch vor Gericht.

Die Staatsanwaltschaft geht von Betrug aus. „Ihr wird vorgeworfen, im Namen ihres Sohnes eine Wohnung im März 2013 angemietet zu haben“, sagte gestern Andreas Millat, Direktor des Amtsgerichts Güstrow. Beim Abschluss des Mietvertrages sei ihr aber bekannt gewesen, dass der 26-jährige Sohn weder willens noch finanziell in der Lage gewesen sei, die Miete zu bezahlen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurden 14 Monatsmieten nicht gezahlt. Dem privaten Vermieter sei dadurch ein Schaden von 6000 Euro entstanden.

Prozesstermin ist der 6. Juli. Das Gericht hat bislang einen Verhandlungstag für das Hauptverfahren angesetzt.

Den Vorwurf gegen Karen Larisch nennen Juristen Eingehungsbetrug. Wer seine Verbindlichkeiten beispielsweise gegenüber einem Vermieter nicht erfüllt, der macht sich damit noch nicht strafbar. Aber sollte der Betroffene bereits bei Abschluss des Vertrages wissen, dass die eingegangenen Vertragsverpflichtungen von seiner Seite aus nicht erfüllt werden, dann gehen Ermittlungsbehörden von Täuschung und Betrug aus. Im Fall Larisch muss das Güstrower Amtsgericht beurteilen, ob tatsächlich eine Betrugsabsicht vorlag und die Vorwürfe berechtigt sind.

Sie selbst wollte sich gestern zu den Beschuldigungen direkt nicht äußern. „Das ist ein laufendes Verfahren“, sagte die 46-jährige Kommunalpolitikerin gestern zur Begründung gegenüber unserer Redaktion. Sie habe eine Kaution und zwei Monatsmieten bezahlt, aber danach nichts mehr.

Für ihr Engagement für sozialbedürftige Familien und Flüchtlinge im Zusammenhang mit ihrem Projekt „Villa Kunterbunt“ und ihrem mutigen Wirken gegen Rechtsextremismus hat Larisch mehrere Auszeichnungen erhalten. So bekam die Linkspolitikerin im vergangenen Jahr den Johannes-Stelling-Preis der SPD-Fraktion im Landtag.

 

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