Prozessbeginn in Schwerin : Betrug in Millionenhöhe im CD-Werk Dassow

Das Firmengebäude des insolventen CD- und DVD-Werks in Dassow
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Das Firmengebäude des insolventen CD- und DVD-Werks in Dassow

Zehn Jahre nach der Insolvenz des CD-Werks Dassow stehen drei ehemalige Geschäftsführer erneut vor Gericht

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28. Dezember 2017, 20:45 Uhr

Drei ehemalige Geschäftsführer des seit 2007 insolventen CD-Werks in Dassow (Nordwestmecklenburg) müssen sich seit Donnerstag erneut vor dem Landgericht Schwerin verantworten. Die Staatsanwaltschaft warf den 68, 62 und 52 Jahre alten Männern zu Prozessbeginn gemeinschaftlichen schweren Betrug, Bankrott und Verletzung der Insolvenzantrags- und der Buchführungspflicht vor.

Die Angeklagten sollen vor allem Ende 2006 durch falsche Angaben eine Fondsgesellschaft dazu gebracht haben, 15 Millionen Euro für bestimmte Vorhaben des CD-Werks bereitzustellen. Innerhalb weniger Tage sollen sie das Geld jedoch für andere Zwecke ausgegeben haben.

Der Angeklagte Wilhelm Friedrich M. (v.l.n.r.), Anwalt Oliver Pragal und der Angeklagte Kai N. gestern im Landgericht Schwerin
Markus Scholz
Der Angeklagte Wilhelm Friedrich M. (v.l.n.r.), Anwalt Oliver Pragal und der Angeklagte Kai N. gestern im Landgericht Schwerin
 

Die Angeklagten kündigten an, sich am nächsten Verhandlungstag am 17. Januar gegen die Vorwürfe verteidigen zu wollen. Unterdessen regte der Vorsitzende Richter an, mehrere Anklagepunkte einzustellen. Die dazu notwendige Zustimmung wollte die Staatsanwaltschaft jedoch vorerst nicht erteilen. Die ursprünglich angesetzten Verhandlungstage am 29. Dezember, 5. und 10. Januar entfallen.

Das Werk der Optical-Disk-Service-Gruppe in Dassow bei Lübeck galt als eines der größten Hersteller von CDs und DVDs in Europa und beschäftigte bis zu 1200 Mitarbeiter. Nach der Insolvenz mehrerer Firmen der Gruppe mussten die drei Geschäftsführer sich schon einmal vor Gericht rechtfertigen. 2013 sprach das Landgericht Schwerin sie wegen Kreditbetrugs schuldig und verhängte Bewährungsstrafen von neun Monaten, einem Jahr sowie einem Jahr und drei Monaten. Vom Vorwurf des Subventionsbetrugs und der Steuerhinterziehung wurden sie freigesprochen. Gegen diese Freisprüche legte die Staatsanwaltschaft erfolgreich Revision beim Bundesgerichthof (BGH) ein. Der BGH ordnete an, diese Anklagepunkte an einer anderen Kammer am Landgericht Schwerin neu zu verhandeln.

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