Verbraucherschutz : Betrüger im Visier der Verbraucherschützer

Dreiste Inkassoforderungen sind eine von vielen Betrugsmaschen, gegen die die Verbrauchenzentrale im Land vorgeht.
Dreiste Inkassoforderungen sind nur eine von vielen Betrugsmaschen, gegen die die Verbrauchenzentrale im Land vorgeht.

Schon 120 Unterlassungsklagen gegen „schwarze Schafe“ - immer mit Erfolg

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10. März 2016, 11:45 Uhr

Dreiste Inkassoforderungen, unberechtigte Vertragskündigungen, undurchschaubare Handyverträge: Das Arbeitspensum der Verbraucherschützer im Land ist unverändert hoch. 25 000 Beratungen wurden 2015 durchgeführt, erklärte der Vorstand der Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern, Dr. Jürgen Fischer, gestern in Schwerin. Dabei hätte die Beratung zunehmend einen doppelten Nutzen – für die Ratsuchenden, aber auch für die Verbraucherarbeit generell. Denn die Verbraucherzentrale würde durch die bundesweite systematische Erfassung von Beratungsthemen und beteiligten Unternehmen nicht nur wertvolle Informationen über das Marktgeschehen erhalten, sondern auch ein bundesweites Beobachtungsinstrument aufbauen, das schnelles Reagieren ermögliche. So sei es den Zentralen seit 2014 möglich, Unterlassungsklagen gegen „schwarze Schafe“ anzustrengen. Die Verbraucherschützer in MV hätten das in den letzten beiden Jahren 120-mal getan – „immer mit Erfolg“, betont Fischer. Auch im neuen Doppelhaushalt sei eine Bürgschaft zur Absicherung eventueller Prozessrisiken der Verbraucherzentrale eingestellt – ganze 7500 Euro im Jahr ist sie dem Land wert.

Generell hat die Verbraucherzentrale mit knappen Finanzen zu kämpfen. „Durch den Wegfall zweier Projekte stehen uns mit 1,4 Millionen Euro 200 000 Euro weniger zur Verfügung als 2015“, so Fischer. Einerseits sei die Unabhängige Patientenberatung an ein Callcenter vergeben worden – „ein Skandal“, findet Fischer. Andererseits habe das Land sich nicht zur Fortsetzung eines Projektes zur Energie-Rechtsberatung bereitgefunden. Trotz großen Bedarfs könne die Verbraucherzentrale deshalb ihre Beratung in der Fläche nicht ausweiten. Nur in Schwerin, Rostock, Stralsund und Neubrandenburg existieren noch Beratungsstellen, in Wismar und Güstrow gibt es wöchentliche Sprechtage.

>> Beratung am Telefon, per Mail oder in einem persönlichen Gespräche: Hier finden Sie die wichtigsten Kontakte zur Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern.

Fallen für Verbraucher lauern überall

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