Hilferuf : Betreuer fordern mehr Geld

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Hilferuf von Verband, Kritik vom Rechnungshof

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08. Januar 2016, 08:00 Uhr

Hilferuf von den Betreuungsvereinen im Land. Laut Paritätischem Wohlfahrtsverband sind viele Vereine finanziell am Ende. Grund: Seit 2005 wurden die Vergütungspauschalen nicht mehr erhöht. Der Zeitaufwand für Betreuungen in rechtlichen Angelegenheiten werde in der Vergütung nicht ausreichend bedacht, so der Vorsitzende des Wohlfahrtsverbandes Friedrich Wilhelm Bluschke. Weder Tariferhöhungen noch steigende Sachkosten würden berücksichtigt. „Wir brauchen jetzt eine Erhöhung der Stundensätze für beruflich geführte rechtliche Betreuungen“, fordert Bluschke.

Betreuer werden von Gerichten für Menschen bestellt, die wegen geistiger oder psychischer Einschränkungen ihre rechtlichen Angelegenheiten nicht mehr selbst regeln können. Die Betreuer können je nach Schwere des Falles Haupt- oder Ehrenamtliche sein. In den neun Betreuungsvereinen des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes kommen 50 hauptamtliche Betreuer auf etwa 1800 Fälle. Die Zahlen werden noch weiter ansteigen, befürchtet Bluschke. Durchschnittlich stünden für die Arbeit pro Betreuungsfall drei Stunden im Monat zur Verfügung, die laut Gesetz seit 2005 gleichbleibend mit bis zu 44 Euro vergütet würden. Das sei nicht mehr kostendeckend.

Kritik an den stetig steigenden Kosten für Berufsbetreuer gab es allerdings bereits im Frühjahr vom Landesrechnungshof. 35  100 Menschen in MV brauchen einen gerichtlich bestellten Betreuer. Da aber etwa 80 Prozent aller betreuten Personen mittellos sind, muss das Land für diese Kosten aufkommen. Die Kritik: Die Zahl der professionellen Betreuer steigt rasant und damit auch die Belastung für die Landeskasse, obwohl die Zahl der Betreuungsverhältnisse seit Jahren konstant sei. 25 Millionen Euro hat das Land 2014 für Betreuungsverfahren zur Verfügung gestellt. Das Gros davon floss in die Taschen von Berufsbetreuern – denn Ehrenamtler, auch Familienangehörige, haben nur Anspruch auf Ersatz notwendiger Aufwendungen.  

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