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Landesmuseumsverband zieht Bilanz : Besucherplus in den Museen des Landes

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Spannende Ausstellungen und ein Sommer, der selten an den Strand lockte - die Museen im Land zogen in diesem Jahr mehr Besucher an. Vielerorts wird investiert, 2012 soll die Museumslandschaft Zuwachs bekommen.

svz.de von
erstellt am 23.Dez.2011 | 03:15 Uhr

Die Museen in Mecklenburg-Vorpommern erfreuen sich wachsender Beliebtheit beim Publikum. In diesem Jahr strömten etwa 4,5 Millionen Besucher in die Häuser, wie der Vorsitzende des Landesmuseumsverbandes, Steffen Stuth, am Freitag schätzte. Das sei ein leichtes Plus im Vergleich zum Vorjahr und nicht nur auf den verregneten Sommer zurückzuführen. "Das hat auch mit attraktiven Programmen, Veranstaltungen und Werbung zu tun", sagte er.

Zu den Höhepunkten des Museumsjahres 2011 zählte Stuth die Ausstellung "Sommergäste" im Staatlichen Museum Schwerin, die mit ihrer internationalen Einbindung wichtig für die gesamte Museumslandschaft in Mecklenburg-Vorpommern gewesen sei. Die Schau mit Werken der klassischen Moderne von Künstlern, die an der Ostsee Ferien machten und dort auch malten, zog 23 000 Besucher an.

Insgesamt hatte die Schweriner Kunstsammlung in diesem Jahr mehr als 40 000 Gäste, wie Direktor Dirk Blübaum sagte. Das Kulturhistorische Museum in Rostock, das Stuth leitet, konnte seine Besucherzahl im Vergleich zu 2010 fast verdoppeln. Es kamen 58 000 Gäste, 27 000 mehr als im Jahr davor. "Die Museen sind ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in Mecklenburg-Vorpommern und das größte Bildungsnetzwerk im Land", betonte der Verbandschef.

Der stärkste Besuchermagnet landesweit ist das Deutsche Meeresmuseum in Stralsund, nächste Woche wird der einmillionste Besucher dieses Jahres erwartet. Zum Deutschen Meeresmuseum Stralsund gehören auch das Ozeaneum, das Nautineum und das Natureum.

"Die Museen werden attraktiver, werden umgestaltet. Viele Kommunen und Landkreise investieren", sagte Stuth. Ein Beispiel sei das Agrarhistorische Museum in Alt Schwerin (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte). Seit 2009 wird dort die Ausstellung neu strukturiert.

Neubauten, darunter eine Traglufthalle als Schaudepot, zwei Traktorenpavillons, eine Flugzeughalle und eine Ausstellungshalle für die moderne Landwirtschaft machen das Museum, das sich neuerdings "Agroneum" nennt, attraktiver.

Im Wismarer Schabbbellhaus, wo das kulturhistorische Museum der Hansestadt untergebracht ist, habe die Sanierung begonnen, berichtete Stuth. Rostock habe in diesem Jahr endlich ein Museumskonzept vorgelegt. Im Herbst 2012 soll in Wismar nach Millionen-Investitionen in eine ehemalige Militärliegenschaft das neue Technische Landesmuseum als "Phantechnikum" eröffnet werden. Versprochen ist ein innovatives Museum zum Anfassen und Ausprobieren.

Neben diesen positiven Entwicklungen hätten die Museen weiter mit den bekannten Schattenseiten zu kämpfen, sagte Stuth. Dazu gehöre die Personalknappheit in den Häusern. Das habe zur Folge, dass geplante Ausstellungen nicht stattfinden könnten und sich in manchen Museen nicht so um die Sammlungen gekümmert werden könne, wie das zu wünschen wäre. Traurig ist man auch in Greifswald, denn das Land will sich nicht an den Bau- und Betriebskosten für ein geplantes Caspar-David-Friedrich-Museum beteiligen.

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