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Bundespräsident Joachim Gauck : „Besuch in MV ist Herzenswunsch“

vom
Aus der Onlineredaktion

Bundespräsident Joachim Gauck sucht nach einem neuen Termin. Von der Absage profitieren sozial Schwache in Stralsund

von
erstellt am 20.Feb.2017 | 21:00 Uhr

Die Absage des Besuchs von Bundespräsident Joachim Gauck in Mecklenburg-Vorpommern hat in Stralsund auch eine gute Seite. Heute Abend sollte ein Bürgerempfang des Staatsoberhauptes im Rathaus der Hansestadt stattfinden. Das Essen dafür wurde vom Bundespräsidialamt aber trotz Absage nicht abbestellt. „Es wird an wohltätige Organisationen weitergegeben“, sagte Birgit Stöber, Sprecherin des Bundespräsidenten, gegenüber unserer Redaktion. Das Essen soll sozial schwachen Menschen zugute kommen.

Aufgeschoben ist möglicherweise nicht aufgehoben. Im Bundespräsidialamt wird seit gestern nach einem Ersatztermin für den wegen eines grippalen Infekts abgesagten Besuch von Gauck in Wismar, Greifswald und Stralsund gesucht. „Dem Bundespräsidenten ist der Besuch in seinem Heimatland zum Ende seiner Amtszeit ein Herzenswunsch“, teilte die weiter Sprecherin mit.

Viel Zeit bleibt allerdings nicht. Der gebürtige Rostocker hat am 17. März seinen letzten Arbeitstag als deutsches Staatsoberhaupt. Einen Tag später folgt ihm Frank-Walter Steinmeier ins Amt. „Wir hoffen, zumindest einige Punkte des geplanten Besuchsprogramms in Mecklenburg-Vorpommern bis dahin nachholen zu können“, so seine Sprecherin. In Wismar war die Stadtverwaltung Sonntagmittag von der Absage informiert worden. Dort wollte Gauck am gestrigen Montag den historischen Kern der Hansestadt besichtigen und im Anschluss mit Vertretern der Stadt, Denkmalschützern und Jugendlichen über den Schutz des kulturellen Erbes diskutieren. „Wir haben noch am Sonntag alle akkreditierten Journalisten und Fotografen informiert“, berichtete Stadtsprecher Marco Trunk. Ein für Sonntagnachmittag geplanter letzter Sicherheitscheck in der Heiligen-Geist-Kirche durch Beamte des Bundeskriminalamtes wurde nicht mehr durchgeführt. Mitarbeiter des Ordnungsamtes räumten noch am selben Tag die zahlreichen Halteverbotsschilder in der Wismarer Innenstadt weg.

80 Polizeibeamte aus mehreren Polizeiinspektionen des Landes sollten ursprünglich in der Hansestadt für die Sicherheit des Bundespräsidenten und einen geordneten Ablauf des Besuchs sorgen. „Einige von ihnen können durch die Absage geleistete Überstunden abbummeln“, sagte die Wismarer Polizeisprecherin Nancy Schönberg. Die meisten würden aber statt der Absicherung des Staatsbesuchs in ihren Dienststellen eine normale Schicht arbeiten.

Von der Absage Gaucks profitiert die CDU im Land. Denn deren Landesvorsitzender Lorenz Caffier sollte als stellvertretender Ministerpräsident und Verhinderungsvertreter von Regierungschef Erwin Sellering (SPD) den hohen Gast begleiten. Sellering selbst ist ebenfalls seit der vergangenen Woche wegen einer Grippe krankgeschrieben.

Caffier fuhr statt nach Wismar nach Warnemünde zur Klausurtagung seiner CDU-Landtagsfraktion.

Die Programme in Stralsund und Greifswald am heutigen zweiten Besuchstag wurden ebenfalls gestrichen. „Sehr schade, aber wir hoffen, der Besuch wird bis zum 17. März nachgeholt“, sagte Stralsunds Stadtsprecher Peter Koslik. In der Stadt am Sund waren neben dem Bürgerempfang außerdem ein Stadtrundgang und der Besuch des Katharinenklosters geplant, das den berühmten Hiddenseer Goldschmuck verwahrt.

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