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Mecklenburg-Vorpommern

22. November 2017 | 14:15 Uhr

Berufsnachwuchs gesucht

vom

svz.de von
erstellt am 20.Feb.2013 | 09:53 Uhr

Schwerin | Im Jahr 2030 werden in MV bis zu 100 000 Alte und Kranke auf tägliche Pflege angewiesen sein. Um dies leisten zu können, müssen nach Angaben von Landessozialministerin Manuela Schwesig (SPD) in den nächsten Jahren bis zu 15 000 neue Pflegekräfte ausgebildet werden. Während des landesweiten Aktionstags "Berufswahl Pflege -Deine Chance in MV" wollen deshalb heute 50 Pflegeeinrichtungen im ganzen Land um Berufsnachwuchskräfte werben. Sie haben Schüler eingeladen, sich den Arbeitsalltag der Pfleger anzuschauen.

Derzeit werden 68 000 Menschen im Nordosten gepflegt. Rund 20 000 professionelle Pfleger helfen vielen von ihnen in den 263 Heimen, in ambulanten Tages einrichtungen und direkt zu Hause. Ungefähr die Hälfte der Pflegebedürftigen wird von Familienangehörigen betreut. Im vergangenen Sommer sind 30 Prozent der Ausbildungsplätze in der Pflegebranche in MV unbesetzt geblieben, berichtet Michael Händel vom Bundesverband privater Pflegedienste. Knapp 300 Lehrstellen haben die Pflegeeinrichtungen im kommenden Sommer neu zu besetzen. Der Pflegeberuf sei vielfältiger als die meisten Jugendlichen es sich vorstellten, sagt Annette Peters von der Liga der freien Wohlfahrtsverbände. Alte und Kranke müssten nicht nur gewaschen, gepflegt und gefüttert werden. Es gehörten eine Menge Planung und Organisation sowie vielfältige medizinische und hygienische Kenntnisse dazu, die Pflegerinnen und Pfleger auch in Fort- und Weiterbildungen erwerben können. Es gebe verschiedene Möglichkeiten, beruflich aufzusteigen - bis zur Leitung eines Pflegeheims. Und, so versprechen die Pflegeeinrichtungen, alle Lehrlinge würden nach der Ausbildung auch übernommen. Das Anfangsgehalt für eine ausgebildete Fachkraft liegt den Angaben zufolge bei 2200 Euro brutto im Monat. So genannte Assistenzkräfte haben jedoch nur einen Anspruch auf mindestens 7,75 Euro Stundenlohn.

Ausgebildet werden Pflegerinnen an speziellen Schulen. Soweit diese in privater Hand sind, wird in der Regel ein Schulgeld von monatlich 300 Euro fällig, so Peters. Die Auszubildendenvergütung für die Lehrlinge liege indes zwischen 876 und 1083 Euro im Monat. Ministerin Schwesig fordert, die Pflegeausbildung bundesweit zu vereinheitlichen. Schwesig setzt zudem auf Umschüler, um die Nachwuchslücke in den Pflegeberufen langfristig zu schließen. Derzeit werden 100 Pflegerinnen im Rahmen eines Förderprogramms geschult.

Die Ministerin räumt ein, dass die Pflege keine Spitzenposition unter den Berufswünschen einnimmt: "Es gibt viele Vorurteile." Ein Blick hinter die Kulissen während des Aktionstags könnte helfen, diese abzubauen. Sie weiß auch, dass bundesweit die Pflegekräfte im Durchschnitt nach acht Jahren aus ihrem Beruf wieder aussteigen. Grundsätzlich will Schwesig künftig verstärkt die ambulante Pflege von Alten und Kranken bei diesen zu Hause unterstützen. da die meisten Senioren so lange wie möglich in ihrer gewohnten Umgebung leben wollen.

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