Ausbildungsmarkt : Berufsfindung in der sturmfreien Bude

Mecklenburg-Vorpommern probiert eine neue Möglichkeit der Berufsfindung für Jugendliche aus: Bei dem Projekt "Komm auf Tour" wird ganz besonders auf die Stärken der Schüler geschaut.

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28. Mai 2013, 07:11 Uhr

Schwerin | Mecklenburg-Vorpommern probiert eine neue Möglichkeit der Berufsfindung für Jugendliche aus, die es auf dem Ausbildungsmarkt schwerer haben als andere. Bei dem Projekt "Komm auf Tour" werde auf die Stärken der Schüler geschaut, sagte Arbeitsministerin Manuela Schwesig (SPD) gestern in Schwerin. Es wende sich an Schüler der 7. und 8. Klassen, die sonst wenig Wertschätzung in der Schule und im Elternhaus erfahren. 3000 Mädchen und Jungen werden von Juni bis Dezember zu einem zweistündigen Parcours eingeladen, an dessen sechs Stationen sie in Gruppen agieren. Dabei sollen sie sich ihrer Stärken bewusst werden und sie bei der Suche nach einem Beruf nutzen.

Eine Station sei die "sturmfreie Bude", erläuterte die Chefin der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit, Margit Haupt-Koopmann. Die Jugendlichen müssten absprechen, wer was macht - aufräumen, reparieren, organisieren, den Eltern die Situation erklären. Dabei würden sie erkennen, was sie besonders gut können.

Das Projekt wurde von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und der Bundesagentur für Arbeit entwickelt. Wie die Direktorin der Bundeszentrale, Elisabeth Pott, sagte, gibt es das Projekt bereits in Berlin und Brandenburg, wo die Beteiligung riesengroß sei. In Schwerin und Neubrandenburg sei es im vorigen Jahr getestet worden. Viel Zuspruch sei von Lehrern gekommen, die Maßnahmen zur Berufsfindung in der 7. Klasse bisher vermissten.

Das "Komm auf Tour"-Projekt in Mecklenburg-Vorpommern startet am 3. Juni in Schwerin, wo es vier Tage lang bleibt. Weitere Stationen sind Rostock, Neubrandenburg, Greifswald und Stralsund. Das Land beteiligt sich mit 125 000 Euro an dem insgesamt 400 000 Euro teuren Projekt.

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