Bildung : Berufsausbildung mit Abitur beleben

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Vierjährige Doppelausbildung hat sich in der Praxis nicht durchgesetzt

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07. März 2018, 20:45 Uhr

Die Regierungskoalition in Schwerin unternimmt einen neuen Anlauf für die aus DDR-Zeit bekannte Berufsausbildung mit Abitur. Das Landesschulgesetz ermögliche dies, in der Praxis habe sich die vierjährige Doppelausbildung bisher aber nicht durchgesetzt, bedauern SPD und CDU. Nach ihrem Willen soll die Landesregierung mit Wirtschaftskammern und -verbänden jetzt neu ausloten, ob es Interesse gibt und welche Berufsfelder sich für eine Lehre mit Abi eignen könnten. Dem Landtag legen die beiden Fraktionen für die Sitzung kommende Woche dazu einen Antrag vor, der vorab veröffentlicht wurde.

Ein Versuch vor Jahren zur Berufsausbildung mit Abitur für Steuerfachangestellte habe anfangs erfolgreiche Zulaufzahlen gehabt, sei schließlich aber aufgrund sinkender Bewerberzahlen ausgelaufen.

 

Ein Grund dafür sei die geringe Ausbildungsbereitschaft der Betriebe gewesen, sagen SPD und CDU. Die Lehrlinge hätten aufgrund der schulischen Ausbildung den Unternehmen oft nicht zur Verfügung gestanden und als Abiturienten dann häufig ein Studium begonnen oder den Arbeitgeber gewechselt. SPD und CDU verweisen auf den Erfolg der Berufsausbildung mit Abitur in Sachsen. Dort sei 2011 ein Schulversuch für die Berufsausbildung mit Abitur gestartet worden, der nun ab dem Schuljahr 2018/19 verstetigt werde, hieß es.

Die oppositionelle Linke hält nicht viel von dem Vorstoß der Regierungsfraktionen. Es gebe bereits viele Möglichkeiten, sagte die Fraktionsvorsitzende Simone Oldenburg. So könne mit dem Fachabitur oder dem Abitur in der Tasche die Dauer der Berufsausbildung merklich verkürzt werden. Ein Abiturient könne seinen Berufsabschluss in der Regel bereits nach einem bis eineinhalb Jahren machen. „Er hat also im Idealfall seine Berufsausbildung und sein Abitur bereits nach drei Jahren.“

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