Ehrenamtsmessen in MV : Beratung nah am täglichen Leben

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Etwa 250 Aussteller präsentieren sich bei Ehrenamtsmessen im Land

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14. Februar 2018, 05:00 Uhr

Werner Kuhn ist den Karnevalsvereinen im Land dankbar. In dieser Woche seien sie es, die mit ehrenamtlichem Einsatz das gesellschaftliche Leben bereichern, so der Präsident des DRK-Landesverbands MV. „Altruismus stiftet Zusammenhalt. Aber wie beliebt das Ehrenamt ist, hängt auch mit einer Anerkennungskultur zusammen“, sagt Kuhn. Einen Beitrag zur Anerkennung und Chance für Erfahrungsaustausch und Vernetzung bieten seit elf Jahren die vom Sozialministerium und dem DRK organisierten Ehrenamtsmessen. Am kommenden Wochenende gehen sie, beginnend in Parchim, in eine neue Runde in landesweit sechs Städten. Bisher haben sich 250 Aussteller vom Sportverein über das THW bis zur Rheumaliga angekündigt. Die Messen seien wegen ihren „Beratungsleistungen nah am täglichen Leben“ nicht nur für Ehrenamtler, sondern auch für Besucher interessant, blickt Werner Kuhn voraus.

„Gutes Ehrenamt braucht einen Rahmen“, sagte Sozialministerin Stefanie Drese (SPD) gestern bei der Landespressekonferenz in Schwerin. Laut Deutschem Freiwilligen Survey, einer Erhebung aus dem Jahr 2014, ist MV unter den ostdeutschen Ländern bereits Spitzenreiter. Etwa 600 000 Menschen haben ein bürgerschaftliches Engagement. Einen weiteren Rahmen biete etwa die Ehrenamtsstiftung, die sich seit zweieinhalb Jahren als Instrument in der unkomplizierten Förderung besonders kleiner Initiativen bewährt habe, so Drese. Für etwa 400 Projekte reichte die Stiftung 2017 um die 415 000 Euro aus. Doch trotz Förderung finden vielerorts Vereine keinen Nachwuchs, kann die Freiwillige Feuerwehr kaum noch die Tagesbereitschaft abdecken. Viele Aufgaben werden rein hauptamtlich zukünftig nicht mehr zu leisten sein, etwa die Pflege. „Uns schwebt daher vor, ehrenamtliche Modelle der Nachbarschaftspflege stärker zu fördern“, so Drese. Jeannine Rösler von der Linksfraktion im Landtag fordert, Freiwillige deutlich mehr zu honorieren, etwa indem „die Freibeträge für Aufwandsentschädigungen erhöht und bürokratische Hürden abgebaut werden. Auch zusätzliche Rentenpunkte für freiwillige Feuerwehrleute wären ein wichtiges Zeichen der Wertschätzung“, so Rösler. Wichtige Aufgaben von Staat und Verwaltung dürften nicht auf das Ehrenamt abgewälzt werden.

Analog äußerte sich Thomas de Jesus Fernandes (AfD), schränkt aber ein: „Wer für das Ehrenamt in Mecklenburg-Vorpommern wirklich Anreize schaffen will, der darf es nicht seines ursprünglichen Sinnes berauben.“ Man entwerte das Ehrenamt, wenn man es bezahlen wolle.

Die Messetermine

Parchim: 17. Februar, 10-16.30 Uhr, Haus der Jugend
Stralsund: 24. Februar, 11-16 Uhr, Rathauskeller
Rostock: 3. März, 10-18 Uhr, Rotunde der Hanse-Messe
Wismar: 10. und 11. März, jeweils 10-18 Uhr, Bürgerpark
Neustrelitz: 17. März, 10-15 Uhr, im „Leea“, Am Kiefernwald 1
Greifswald: 24. März, 11-15 Uhr, Pommersches Landesmuseum
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