Pilzsaison : Berater brauchen Nachwuchs

Momentan finden  Sammler besonders viele Pilze.
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Momentan finden Sammler besonders viele Pilze.

Die Hoch-Zeit für Pilzsammler ist wieder angebrochen. In Rostock zeigt eine Ausstellung die Vielfalt der Pilze

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23. September 2017, 05:00 Uhr

Die Pilzsaison hat längst begonnen. Dort, wo es in der letzten Zeit viel geregnet hat, sagen Experten ein großes Vorkommen voraus. Doch nicht immer landen nur schmackhafte Leckerbissen in den Körben der Sammler. Allein im vergangen Jahr sortierten die ehrenamtlichen Berater im Land 197 stark giftige Pilze aus. Das Landesgesundheitsamt warnt jedoch, dass es in Zukunft zu Einschränkungen bei der Durchführung der Pilzberatung kommen könnte.

„Wir brauchen dringend Nachwuchs“, sagt der Landespilzsachverständige Oliver Duty. Es gebe immer weniger junge Menschen im Land, die sich zum Pilzberater ausbilden ließen. Der Aufwand und die Verantwortung sei für viele zu groß. Derzeit gibt es etwa 40 Berater. Einige würden jedoch aufgrund ihres hohen Alters und gesundheitlicher Probleme nach und nach ausscheiden. 18 Personen nahmen an einem Pilzberaterlehrgang 2016 teil. Nur zwei von ihnen hatten vor, die notwendige Prüfung abzulegen.

Im vergangenen Jahr kontrollierten die Helfer 2100 Körbe in MV. Dabei fanden sie unter anderem 127 Gifthäublinge, 28 Pantherpilze, vier Ziegelrote Risspilze und zehn Frühjahrslorcheln. Sie alle sind hoch giftig. „Der Grüne Knollenblätterpilz gehört zu den gefährlichsten im Land“, sagt Duty. Auch hier konnten die Berater in 28 Fällen verhindern, dass der Pilz auf dem Teller landete.

Von den weniger giftigen Arten seien vor allem Karbolegerlinge gesammelt worden. In acht Fällen wurde der auch als Giftchampingnon bezeichnete Pilz verspeist, wobei die Vergiftung laut Duty meist recht harmlos verlief. Auch der Verzehr eines Pantherpilzes ging für ein Schweriner Ehepaar glimpflich aus. Eine Person starb jedoch , weil sie einen giftigen kleinen Schirmpilz aß.

Die Pilzberater sind auch Ansprechpartner für Kindergärten und andere Einrichtungen. 2016 gab es etwa 20 Anfragen im Land, bei denen Kinder unbekannte Pilze in den Mund genommen oder teilweise verzehrt haben. Glücklicherweise kam es zu keiner Vergiftung.

Neben den Beratungen organisieren die Ehrenamtler Lehrwanderungen und Vorträge. Heute startet im Botanischen Garten in Rostock die 39. Pilzausstellung. 200 bis 300 Pilzarten sollen gezeigt werden. Sammler, die die Ausstellung unterstützen möchten, können ihre Funde mitbringen. Während der Ausstellung findet wie immer eine Pilzberatung statt.  

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