Benzinpreise steigen - Bremse kommt zu spät

Foto: Archiv
Foto: Archiv

svz.de von
21. März 2013, 07:50 Uhr

Schwerin | Jedes Jahr der gleiche Ärger: Wieder machen die Benzin- und Dieselpreise eine Woche vor der Osterreisewelle einen gewaltigen Sprung nach oben. Nach Angaben des Automobilclubs ADAC müssen Autofahrer aktuell für einen Liter Diesel 5,5 Cent und für einen Liter Super E10 3,2 Cent mehr zahlen als in der Vorwoche. Der Dieselpreis liegt im bundesweiten Durchschnitt jetzt bei 1,435 Euro und für Super 10 E bei 1,554 Euro.

"Autofahrer in Mecklenburg-Vorpommern sind besonders betroffen", sagte Christian Schäfer, Experte beim ADAC in Hamburg im Gespräch mit unserer Redaktion. Weil in dem Flächenland die Tanksstellen-Dichte geringer ist, gäbe es weniger Wettbewerb. "Darum liegen sich die Kraftstoffpreise hier meistens über dem Bundesdurchschnitt", so Schäfer. Er rät den Verbrauchern, die Preise zu beobachten und konsequent billig zu tanken, auch wenn der Tank noch nicht leer ist.

Schäfer hofft auf die baldige Einführung eines Meldesystem für Spritpreise über eine Markttransparenzstelle beim Bundeskartellamt. Der Bundestag stimmte gestern mit großer Mehrheit einer noch fehlenden Verordnung für den Aufbau der Transparenzstelle zu. An diese müssen größere Tankstellen künftig innerhalb von fünf Minuten elektronisch melden, wenn sie ihre Preise für Super E5, Super E10 und Diesel ändern.

Die Preise werden dann in Echtzeit über Internetportale, Handy-Apps oder Navigationsgeräte an Autofahrer weitergeleitet. "Wir stehen Gewehr bei Fuß", so der ADAC-Experte. Doch die neue Datenübermittlung soll noch nicht zur Osterreisewelle, sondern voraussichtlich im Sommer starten. "Das bedauern wir sehr, denn das Meldesystem bedeutet mehr Transpararenz und Wettbewerb zum Vorteil des Kunden", erklärte Schäfer.

In der gestern vom Bundestag beschlossenen Verordnung wurde auch aufgenommen, dass sich kleine Tankstellen mit weniger als 750 Kubikmetern Jahresabsatz von der Pflicht befreien lassen können. Dies soll etwa 350 der rund 14 000 Tankstellen betreffen. Der Verordnung des Bundeswirtschaftsministeriums stimmten Union, FDP und SPD zu, Grüne und Linke im Bundestag enthielten sich. Nun fehlte noch die Billigung der Verordnung zur Datensammlung und Datenweitergabe.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen