Benzin- und Heizölpreise klettern

svz.de von
24. Juli 2012, 09:08 Uhr

Hamburg | Fast alle Bundesländer haben Sommerferien und an den Wochenenden schwappen die Urlauber-Reisewellen durchs Land. An den Tankstellen herrscht Hochbetrieb. Ungefähr 1,62 Euro müssen die Autofahrer für einen Liter Superbenzin E10 gegenwärtig bezahlen, für Diesel 1,48 Euro je Liter. Das ist im langfristigen Vergleich sehr teuer, liegt aber immer noch um neun Cent je Liter unter der absoluten Preisspitze von 1,71 Euro für den Liter E10 im Frühjahr dieses Jahres. Doch die Tendenz geht schon seit Ende Juni wieder nach oben. Neue Rekordpreise sind nach Einschätzung von Experten nur eine Frage der Zeit.

Drei Faktoren spielen dabei eine wichtige Rolle. Zum einen der Rohölpreis, der innerhalb weniger Wochen von 128 auf unter 90 Dollar im Juni dieses Jahres gefallen war. Seitdem steigt er wieder, zuletzt auf rund 104 Dollar für ein Barrel (159 Liter) der Nordsee-Sorte Brent. Verschärft wird diese Tendenz durch den schwachen Euro, der so billig ist wie seit zwei Jahren nicht mehr. "Rohöl ist teurer als vor einem Jahr, wenn wir den Preis von Dollar zu Euro umrechnen", sagt der Hamburger Energieexperte Steffen Bukold. Das schlage auf die deutschen Preise für Ölprodukte durch. Heizöl zum Beispiel war in den ersten sieben Monaten des Jahres durchgängig teurer als im Vorjahr; 2012 dürfte wieder ein Rekordjahr bei den Heizöl-Preisen werden.

Dazu kommt, dass die Raffinerien in Europa ihre Gewinnmargen beim Benzin ausgeweitet haben. Die Bruttomarge vom Rohöl bis zur Zapfsäule, die beim Benzin zeitweise unter zehn Cent je Liter gefallen war und zu hohen Verlusten bei den Raffinerien führte, erreicht mittlerweile rund 21 Cent. Beim begehrten Diesel liegt sie schon seit längerem in dieser Höhe und oft noch etwas darüber. Die Bruttomarge ist nicht der Gewinn; davon müssen noch die gesamten Kosten der Rohölverarbeitung und des Vertriebs bezahlt werden. Aber das reicht für schwarze Zahlen bei den Raffinerien, zumindest für die Hauptprodukte.

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