50 Jahre Hansa Rostock : Bengalos über Rostocks Dächern

Bengalische Feuer auf den Dächern der Parkstraße – unten nähern sich die 1200 Geburtstagsgäste.
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Bengalische Feuer auf den Dächern der Parkstraße – unten nähern sich die 1200 Geburtstagsgäste.

1200 Fußballfans lassen es zum 50. Hansa-Geburtstag krachen – die Polizei hält sich zurück

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04. Januar 2016, 20:55 Uhr

Der Vorstand des FC Hansa Rostock hatte die Geburtstagsfeier zum 50-jährigen Jubiläum am 28. Dezember abgesagt. Begründung für das Armutszeugnis: Dem Verein würden Geld und der sportliche Erfolg fehlen. Dagegen ließ es die Fanszene auf einem eigenen Festakt am vergangenen Montagabend unter freiem Himmel mit unzähligen Bengalos, Rauchtöpfen und Feuerwerkskörpern krachen. Die Videos im Internet sorgen jetzt für Diskussionen über die Sicherheit und das Verhalten der Polizei.

„Die Veranstaltung war weder bei der Rostocker Ordnungsbehörde angemeldet, noch mit der Polizei abgesprochen“, sagte Yvonne Hanske, Sprecherin der Rostocker Polizeiinspektion. Die Polizei sei über Ankündigungen im Internet und auf einem Flyer über die Aktion informiert gewesen, habe aber nicht mit einer so großen Teilnehmerzahl gerechnet. Videos zeigen, wie vor dem Ostseestadion ein Feuerwerk gezündet wird. Raketen fliegen kreuz und quer. Ein Marschblock von etwa 1200 Teilnehmern schiebt sich anschließend unter Fan-Gesängen über die Parkstraße in Richtung Vögenteich zur Disko „Helgas“. Immer wieder werden in der Menschenmenge Bengalische Feuer gezündet und Böller geworfen. Gegen 21 Uhr erreichen die Massen die Ecke Parkstraße/ Hundertmännerstraße. Auf den Dächern brennen ebenfalls Bengalos. Zu sehen sind Männer, die an den Rändern der Dächer stehen und mit Fackeln schwenken. „Nicht ungefährlich“, kommentierte die Polizeisprecherin die Szene.

 

Nicht zu sehen auf den Videos ist die Polizei. Trotz zahlreicher Rechtsverstöße hielt sich die Ordnungsmacht zurück. „Unser Konzept war Deeskalation und das Ziel eine friedliche Veranstaltung“, erklärte Frau Hanske. Insgesamt seien 100 Beamte im Einsatz gewesen. Andere behaupten, dass am Abend nur 65 Polizisten zur Verfügung standen. Diese hätten auch dafür gesorgt, dass Straßen wegen des Marsches gesperrt und der Verkehr umgeleitet wurden.

Straftaten hätte die Polizei bei dieser Aktion der Fans nicht beobachtet. „Sonst hätten wir natürlich eingegriffen“, so die Polizeisprecherin. Das Zünden von Pyrotechnik ist zwar auch verboten, es sei aber nicht von den Beamten unterbunden worden, weil es sich dabei um Ordnungswidrigkeiten gehandelt habe.

Allein wegen der Verfolgung von Ordnungswidrigkeiten habe die Polizei aber keine Auseinandersetzung mit den Fans und keine Eskalation riskieren wollen. „Es ist zugegebenermaßen nicht schön, Ordnungswidrigkeiten nicht zu ahnden, in dieser Situation gab es aber keine Alternative“, erklärte die Polizeisprecherin. Letztendlich sei die Taktik dieses Mal aufgegangen. Es habe keine Verletzten gegeben und über Sachschäden habe die Polizei bisher auch keine Kenntnis erhalten.

Die Stadtverwaltung teilte auf Nachfrage mit, dass auch bei ihr keine Beschwerden im Zusammenhang mit der unangemeldeten Hansa-Geburtstagsfeier der Fans eingegangen sind.

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