Kinderunis in MV : Beliebte Vorlesungen

Kinderunis sind prägend für die spätere Studienwahl.
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Kinderunis sind prägend für die spätere Studienwahl.

Mit Kinderunis soll schon bei Grundschülern ein bleibenden Eindruck hinterlassen werden.

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13. Mai 2018, 20:45 Uhr

„Kinder sind ein superkritisches Publikum. Die werden laut und unaufmerksam und sagen das auch gerade raus“. Der Rostocker Physikprofessor Alexander Szameit ist noch ganz begeistert von der Vorlesung vor rund 500 Kindern, die er bei der Rostocker Kinder-Uni Ende April gehalten hat. Es ging um „Lichtschwerter und Laserblitze – Science Fiction und Physik“. Sein Rezept, eine ansprechende Vorlesung für Kinder zu halten: „Ich muss mich daran erinnern, was ich an der Physik so spannend finde.“ Das seien Dinge, die passieren und so nicht zu erwarten waren. Ihm und allen Dozenten von Kindervorlesungen ist bewusst, dass vor ihnen die künftigen Studenten sitzen – eine besondere Verantwortung.

Seit 2005 gibt es in Rostock die Kinderuni und sie ist ein großer Erfolg, wie Organisatorin Wiebke Loseries berichtet. „Wir wollen Kinder neugierig machen.“ Die Zielgruppe sind die Sechs- bis Zwölfjährigen. Derzeit laufen Bemühungen, vermehrt Hortgruppen ins Audimax zu bekommen. „So können wir Kinder erreichen, denen es sonst nicht vergönnt ist, an solchen Angeboten teilzunehmen. Vier Mal pro Semester könnten sich die Kinder auf „ihre“ Vorlesung freuen.

Es gebe viele Parameter, die aus einem Dozenten für Studenten einen guten Dozenten für Kinder machen. Einer sei die Mühe, die sie sich bei der Vorbereitung machen. „Das spüren die Kinder sofort, ob sich die Dozenten etwas Besonderes haben einfallen lassen oder nicht“, sagt Loseries. Sie ist davon überzeugt, dass die Kinderuni prägend auf die spätere Studienwahl der Kinder wirken kann.

Ein anderes Konzept fährt die Uni Greifswald. Dort werden an einem Vormittag Schüler der Klassen 1 bis 4 und am Folgetag der Klassen 5 bis 10 eingeladen. Am 23./24. Mai ist es soweit, berichtet Sprecher Jan Meßerschmidt. Renner seien Vorlesungen wie „Was passiert, wenn der Notarzt kommt“ oder „Die Geheimnisse der Tiefsee“. Für die Größeren wird es anspruchsvoller. Dann geht es etwa um die „Palliativmedizin – Trauer und Tod“. 900 junge Besucher nahmen 2017 das Angebot an.

Mit drei Vorlesungen pro Wintersemester will die Fachhochschule Neubrandenburg die Kinder anlocken, sagt Sprecherin Christine Manthe. Dann steht der größte Hörsaal für rund 200 Kinder bereit. Für die Eltern gibt es ein Parallelprogramm, bei dem das Thema der Kindervorlesung für sie aufbereitet wird. Schwerpunkte der Arbeit in Neubrandenburg sind unter anderem die Agrarwirtschaft und Lebensmitteltechnologie.

Die Fachhochschule Wismar bietet von Oktober bis Juni monatlich eine Vorlesung für Acht- bis Zwölfjährige an. Dabei wird dieselbe Vorlesung an einem Tag zwei Mal gehalten, um auch Kinder von außerhalb Wismars zu erreichen, sagt Organisatorin Silke Schröder. „Wir suchen uns auch auswärtige Dozenten oder Privatpersonen, um Themen abzudecken, die bei uns nicht angeboten werden. Es muss nicht immer die reine Wissenschaft sein.“ Bis zu 300 Kinder kommen regelmäßig in die FH zur Kinderhochschule.

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