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Wrack-Museum: Verein will Schiff nach Antwerpen holen : Belgier kämpfen für "Büchner"-Bergung

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Gut vier Tage nach dem Untergang des Rostocker Museumsschiffs "Georg Büchner" vor der polnischen Küste haben die Behörden noch keine neuen Informationen über die Ursache. Doch belgische Schiffsfreunde haben Pläne.

svz.de von
erstellt am 03.Jun.2013 | 07:58 Uhr

Warschau/Gdingen | Gut vier Tage nach dem Untergang des Rostocker Museumsschiffs "Georg Büchner" vor der polnischen Küste haben die ermittelnden Behörden noch keine neuen Informationen über die Ursache. "Es gibt keine neuen Erkenntnisse", sagte Andrzej Królikowksi, Direktor des Meeresamtes im nordpolnischen Gdingen (Gdynia). Der Schiffsverkehr sei durch das Wrack in etwa 35 Meter Tiefe nicht gefährdet. "Wir haben die Position bestätigt und Navigationshinweise ausgegeben", sagte Królikowski. "Der Schiffsverkehr kann normal weiter laufen." In den kommenden Tagen wollen sich die polnischen Behörden mit den Eignern der "Georg Büchner" in Verbindung setzen - diese seien für die Bergung des Wracks zuständig, erläuterte Królikowski. "Andernfalls können wir das Wrack entfernen und die Bergung den Eignern in Rechnung stellen.

Unterdessen halten belgische Schiffsfreunde daran fest, das Schiff zurück nach Antwerpen zu holen. Die Vereinigung "Watererfgoed Vlaanderen" setzt sich für eine Bergung des einstigen belgischen Kolonialschiffes ein, das am Donnerstagabend gesunken war. Der Plan der Belgier: Die ehemalige "Charlesville" wird Teil eines neuen Welt-Wrack-Museums. Das Museum soll eine einzigartige maritime Attraktion im Hafen von Antwerpen werden, vergleichbar mit dem Vasa-Museum in Stockholm.

Die Belgier haben bereits Kontakt mit polnischen Behörden aufgenommen. "Wir haben uns auch an Bergungsfirmen gewandt und ihnen Daten übermittelt, um eine Kostenschätzung zu bekommen", sagt der Vereinsvorsitzende Eric van Hooydonk. Auch die Möglichkeit, Teile des Wracks zu bergen, soll demnach geprüft werden. Die polnischen Behörden haben laut van Hooydonk zugesagt, eine Bergung zu prüfen, und bis dahin ein Tauchverbot für den Bereich, in dem das Schiff sank, zu verhängen.

Von polnischer Seite gibt es noch keine Informationen darüber, ob das Wrack bald gehoben wird. Das ehemalige Hotel- und Ausbildungsschiff war am Donnerstagabend bei der Überführung ins litauische Klaipeda untergegangen. Das vom polnischen Schlepper "Ajaks" gezogene Schiff sollte in Litauen vermutlich verschrottet werden.

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