Badekultur MV : Belästigung durch Kameras selten

Im Ostseebad Boltenhagen dürfen Fremde nicht fotografiert werden.
Im Ostseebad Boltenhagen dürfen Fremde nicht fotografiert werden.

Das Fotografieren fremder Menschen ist ohne deren Zustimmung verboten. Generell darf die Kamera aber weiterhin mit an den Strand.

svz.de von
21. Juni 2016, 21:00 Uhr

Das Foto-Verbot am Strand vom Ostseebad Boltenhagen sorgt weiter für Verwunderung. Die Aufkleber mit der durchgestrichenen Kamera an Stränden haben bei Rettungsschwimmern als den ersten Ansprechpartnern für Badegäste Erstaunen hervorgerufen. Es sei ganz selten, dass sich jemand durch Fotografieren belästigt fühle, hieß es am Dienstag bei der Wasserwacht und der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG). „Das sind Einzelfälle“, sagte DLRG-Wachführer Gerald Lilie, der seit 23 Jahren in Prerow auf dem Darß Dienst tut. Rettungsschwimmer seien die „Mädchen für alles“ und würden von solchen Problemen erfahren. Das sieht sein Amtskollege in Boltenhagen, Volker Peter, genau so.

Die Hauptaufgabe der Rettungsschwimmer sei allerdings, das Wasser zu beobachten und nicht den Strand, sagte Peter. Als Problem habe er unerlaubtes Fotografieren bisher aber nicht erlebt. Wenn Eltern sich einmal beklagten, habe sich meist der Vater eines Spielgefährten als Fotograf herausgestellt.

Der Chef der DRK Wasserwacht, Thomas Powasserat, wies darauf hin, dass Rettungsschwimmer keinerlei polizeiliche Befugnisse hätten. Sie könnten lediglich auf Verbote hinweisen. Davon gebe es viele am Strand: Rauchen, Hunde, Fahrräder, laute Musik, vielfach das Ballspielen und generell das Fotografieren Fremder. Im Notfall würden Rettungsschwimmer die Polizei rufen. „Wir können Menschen für Verbote sensibilisieren, aber wir können nicht einschreiten“, sagte die DLRG-Einsatzleiterin Mai Bartsch, die noch das „Dünenlatschen“ und das Nacktlaufen am Textilstrand ergänzt.

Die Aufkleber-Aktion der Kurverwaltung war mit dem Sozialministerium nicht abgesprochen, wie ein Ministeriumssprecher sagte. Die Regel, keine fremden Menschen ohne deren Einwilligung zu fotografieren, sei in einem Flyer des Ministeriums mit Verhaltensregeln insbesondere für Asylbewerber enthalten. Ein solcher Hinweis für Touristen sei in nahezu jedem Reiseführer der Welt zu finden.

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