Ersparnis für viele Eltern erst im September spürbar : Beitragssenkung in Krippen stockt

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Die wenigsten Eltern von Krippenkindern werden schon im August in den Genuss der Beitragssenkung um bis zu 100 Euro kommen. "Verloren geht ihnen aber nichts", versicherte eine Sprecherin des Sozialministeriums.

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30. Juli 2012, 08:07 Uhr

Schwerin | Die wenigsten Eltern von Krippenkindern werden schon im August in den Genuss der Beitragssenkung um bis zu 100 Euro kommen. "Verloren geht ihnen aber nichts", versicherte eine Sprecherin des Sozialministeriums in Schwerin. Wenn nicht die Träger in Vorleistung gehen, werde die Gebührensenkung rückwirkend verrechnet, sagte sie.

Die Landesregierung hatte im Juli beschlossen, die Eltern von unter Dreijährigen bei den Kita-Gebühren zu entlasten. Der bürokratische Aufwand dafür sollte so gering wie möglich gehalten werden, sagte Sozialministerin Manuela Schwesig (SPD). "Es war von Anfang an klar, dass die Kommunen und Träger den Monat August noch für die Umsetzung brauchen werden", so die Ministerin. Niemand habe versprochen, dass das Geld schon zum 1. August im Portemonnaie sei. "Mir war es wichtig, dass Eltern den Anspruch trotzdem schon ab dem 1. August haben, sonst wäre ihnen Geld verloren gegangen", betonte Schwesig.

Das Geld geht vom Land an die Landkreise und kreisfreien Städte. Dort wird berechnet, was den Eltern an Entlastung zusteht. Die Ergebnisse werden an die Kita-Träger weitergeleitet, die von den Eltern geringere Beiträge einfordern. Dass die Umsetzung nicht ganz fließend läuft, hängt nach Ansicht von Kita-Trägern und Verwaltungen daran, dass die Richtlinie fast "über Nacht" kam, noch dazu in der Urlaubszeit. "Für uns ist der Aufwand nicht unerheblich", sagte der Geschäftsführer des Landkreistages MV, Jan-Peter Schröder. Das Gros der Arbeit müsse in den Jugendämtern der sechs Landkreise und der zwei kreisfreien Städte Schwerin und Rostock geleistet werden.

Dennoch: "Wir waren damit einverstanden", sagte Schröder. Die Jugendämter verfügen schließlich bereits über die Daten, für welche Kinder die Eltern die Beiträge voll bezahlen, für welche es schon Entlastungen gibt und wer die Gebühr, etwa im Falle von Hartz IV, ganz erlassen bekommt. Das Jugendamt des Kreises Ludwigslust-Parchim liegt nach Angaben eines Sprechers bei der Umsetzung im Zeitplan. Bis zum 15. August müssten die Mittel entsprechend der Zahl der Kinder beim Land beantragt werden. Die reduzierte Gebühr könne dann aber erst bei der nächsten Abrechnung berücksichtigt werden. Auch in Rostock bekommen die Eltern die Entlastung erst im September zu spüren. Die Software, mit der alle Daten der Kita-Kinder erfasst wird, müsse mit einem neuen Modul ergänzt werden, hieß es. Die freien Träger sind froh, dass der Aufwand dafür nicht an ihnen hängen bleibt. Das sei erst auf Druck der Liga der Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege erreicht worden, sagte die Sprecherin des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, Ursula Schumacher.

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