Opferschutz : Beistand vor Gericht für mehr als 200 junge Opfer von Gewalt

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22. Dezember 2014, 07:45 Uhr

Seit Februar dieses Jahres werden Kinder und Jugendliche, die Opfer eines Verbrechens geworden sind, landesweit von einem juristisch geschulten Sozialarbeiter zur Gerichtsverhandlung begleitet. „Im Februar konnten wir das Projekt der psychosozialen Prozessbegleitung auf die Landgerichtsbezirke Rostock und Stralsund ausweiten“, sagte Justizministerin Uta-Maria Kuder (CDU) in Schwerin. Seitdem seien allein in diesen beiden Regionen mehr als 50 Kinder und Jugendliche, die Opfer von Sexual- oder Gewaltstraftaten geworden sind, auf den Prozess gegen ihren Peiniger vorbereitet. „Das zeigt, wie wichtig es war, das Projekt landesweit auszudehnen.“ In Neubrandenburg und Schwerin gibt es die psychosoziale Prozessbegleitung schon seit 2010.

Insgesamt wurden Kuder zufolge in Mecklenburg-Vorpommern bisher 210 Kinder und Jugendliche betreut. Psychosoziale Prozessbegleitung bedeutet, dass junge Opfer von Gewaltstraftaten vor, während und nach dem Gerichtsverfahren einen Experten an ihrer Seite haben. Er erklärt vorab gerichtliche Abläufe, ist während der Verhandlung dabei und begleitet das Opfer gegebenenfalls auch nach einem Urteilsspruch. Das stärke die Opfer und sie fühlten sich nicht alleingelassen, sagte Kuder. Der Nordosten sei dabei bundesweit ein Vorreiter.

Kuder, die in diesem Jahr Vorsitzende der Justizministerkonferenz war, schob bei den Ministertreffen eine Diskussion über einen Anspruch auf psychosoziale Prozessbegleitung bundesweit an. Noch liege es im Ermessen der Länder, ob junge Gewaltopfer durch die schwere Zeit des Prozesses professionell begleitet werden, sagte sie. Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) habe aber inzwischen einen Referentenentwurf vorgelegt, der die psychosoziale Prozessbegleitung bundesweit festschreiben solle.

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