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Schwerin/Ankara : Beistand für in der Türkei festgesetzten Pilger

vom
Aus der Onlineredaktion

Mecklenburger Gemeinde betet für schnelle Freilassung und unterstützt Familie in Schwerin

Hilfe für den vor fünf Monaten in der Türkei verhafteten Schweriner David B.: Der Pilger erhält seelischen Beistand einer mecklenburgischen Kirchgemeinde. Dort werde in diesen Wochen für den inhaftierten 54-Jährigen und seine Freilassung gebetet, teilte die Nordkirche mit. Es sei damit zu rechnen, dass sich dem auch andere Gemeinden in ihren Fürbitten anschließen werden.

Der Schweriner war, wie erst jetzt bekannt wurde, bereits vor fünf Monaten auf einer Pilgertour von Mecklenburg über Polen, Bulgarien nach Jerusalem im Süden der Türkei von Sicherheitsbehörden festgesetzt worden. Ostern wollte er an der Klagemauer stehen, hatte seine Ehefrau in einem Gespräch mit unserer Zeitung erklärt. Stattdessen sitzt er derzeit in einem Abschiebelager in Erzurum im Osten der Türkei fest. Seiner Familie zufolge sei nach wie vor unklar, warum er inhaftiert worden sei. Es hieß, er hätte südlich der Stadt Antakya Sperrgebiet betreten, erklärte die Schwerinerin. Das habe er aber nicht getan, hätte ihr Mann in Telefongesprächen versichert. „Wir wissen den Haftgrund nicht“, sagte sie. Das verwundert umso mehr, da zwei andere Deutsche, die ebenfalls festgesetzt worden seien, bereits wieder auf freiem Fuß seien, erklärte sie gegenüber unserer Zeitung.

Die Ehefrau hatte sich bereits im April in einem Brief an Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) gewandt und ihn um Hilfe gebeten. In einem persönlichen Gespräch hatte sie zudem beim Schweriner Oberbürgermeister Rico Badenschier (SPD) um Unterstützung gebeten. Allerdings war seinerzeit Vertraulichkeit und Stillschweigen vereinbart gewesen, so dass der Fall nicht in der Öffentlichkeit bekannt geworden war.

Indes drängt Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf die Freilassung aller nach dem gescheiterten Putschversuch inhaftierten Deutschen in der Türkei. „Unsere Forderung heißt ganz eindeutig, dass Menschen, die dort inhaftiert sind, freigelassen werden“, sagte die CDU-Chefin gestern.

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