Bildungslandschaft MV : Beim Abitur zurück zum Bewährten?

Um zu vermeiden, dass die Bildungspolitik ohne den Input der Verantwortlichen entschieden wird, führte das Bildungsministerium in MV eine Umfrage unter Lehrern durch.
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Um zu vermeiden, dass die Bildungspolitik ohne den Input der Verantwortlichen entschieden wird, führte das Bildungsministerium in MV eine Umfrage unter Lehrern durch.

Bildungsministerium stellt Umfrage vor: Mehrheit der Lehrer für Rückkehr zu Leistungskursen

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08. August 2016, 21:00 Uhr

Während Schülerinnen und Schüler in Mecklenburg-Vorpommern ihre Ferien genießen, ist man im Bildungsministerium noch dabei, die Hausaufgaben zu machen. Eine repräsentative Lehrerumfrage zur Reformierung des Abiturs wurde durchgeführt und gestern von Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) vorgestellt.

Hintergrund der Befragung seien die Veränderungen der vergangenen 25 Jahre gewesen, in denen „es im Bildungssektor immer hin und her ging“, so der Minister. Dabei besäße „kaum jemand so große Expertise in Sachen Schule und Schulabschluss, wie die Lehrer selbst“ – auf ihre Erfahrungen sollte daher vertraut werden. Zudem steht neben der Landtagswahl, nach der eventuell ein neuer Bildungsminister benannt werden wird, auch eine Reform des Abiturs in MV an. „Dafür sollte die Meinung der Lehrkräfte unbedingt berücksichtigt werden.“

Im Ergebnis der Umfrage sprachen sich die über 1500 Befragten – damit mehr als die Hälfte der Kräfte landesweit – zum Beispiel deutlich (91 Prozent) für ein länderübergreifendes Abitur mit einheitlichen Bewertungsmaßstäben aus. Dieses Ziel verfolge auch das Ministerium schon länger, so Brodkorb, der sich über die Unterstützung aus den Lehrerreihen freute.

Einig waren sich erfreulicherweise auch Schülervereinigung und Lehrer, dass es bei den Abiturprüfungen keine völlige Wahlfreiheit geben sollte. 82 Prozent der Befragten waren dafür, dass eine gewisse Basiskompetenz mit Pflichtfächern wie Deutsch, Mathe und entweder einer Naturwissenschaft oder einer Fremdsprache weiterhin abgedeckt werden sollte. Auch die Zahl der Prüfungsfächer würden die Lehrer ungern verringern. Sie stimmten dafür, bei fünf verbindlichen Abiturprüfungen zu bleiben (56 Prozent).

Uneinig waren sich die Befragten indes, ob die Begabtenförderung in MV ausgebaut werden sollte. 45 Prozent der Befragten stimmten dafür, 44 Prozent dagegen. Obwohl sich eine deutliche Mehrheit von 88 Prozent der Befragten für eine Wiedereinführung des Grundkurs-Leistungskurs-Prinzips aussprach. Zwar ist diese Einteilung prinzipiell allen Schulen möglich, praktisch wäre das allerdings nur für große Schulen machbar. Sollte die Teilung wieder verpflichtend werden, sucht das Ministerium nach Möglichkeiten, es überall durchzusetzen. „Das könnte aber etwas kosten“, warnt Brodkorb.

Schließlich empfahlen zwei Drittel der Lehrkräfte das automatische Erreichen der Mittleren Reife mit dem Eintritt in die elfte Klasse statt durch eine zentrale Prüfung in der zehnten Klasse. So werde es mit dem Fachabitur später schließlich auch gehandhabt und eine grundlegende Unterscheidung zwischen den beiden Befähigungen sei nicht zu rechtfertigen.

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