Grüne Woche Berlin : Bei ihm geht es täglich um die Wurst

Mit einer Wildsalami und vielen anderen Wurstspezialitäten ist Fleischermeister Robert Kriewitz zur Grünen Woche gereist.
Mit einer Wildsalami und vielen anderen Wurstspezialitäten ist Fleischermeister Robert Kriewitz zur Grünen Woche gereist.

Der Chef der Ueckermünder Fleischerei Kriewitz will mit wilden Kreationen und Regionalität bei den Besuchern punkten

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23. Januar 2018, 05:00 Uhr

Es sind sechs Gewürze, die eine gute Wildsalami braucht. Was aber jetzt genau in seine Rohwurst kommt, will Robert Kriewitz nicht verraten. Betriebsgeheimnis, sagt der Fleischereichef. Und keines der Großmutter. Denn die Ueckermünder Fleischerei Kriewitz ist ein noch recht junges Unternehmen. Vor 20 Jahren wurde es aus der Taufe gehoben. Mittlerweile gehören ein Geschäft in Ueckermünde, eins in Eggesin und eine mobile Filiale zur Fleischerei Kriewitz. „Ländlicher Raum bedeutet auch, dass der Einkauf in manchen Fällen zum Kunden kommen muss. Mobilität ist ein großes Thema“, sagt Firmenchef Robert Kriewitz. Aber das allein reiche nicht aus. „Das Einkaufsverhalten hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert. Wer heute bestehen will, muss mit Frische und Qualität punkten“, sagt der 41-Jährige. Das Rindfleisch, das in der Metzgerei verarbeitet wird, komme von den Wiesen in der direkten Nachbarschaft. „Wir haben eine Kooperation mit Ueckermünder Heidefleisch, das sind Bio-Rinder, die wir zu Wurst verarbeiten oder auch als frisches Bio-Rindfleisch im Laden haben.“ Wurst, so sagt Robert Kriewitz, muss regional schmecken. Das mache das Gefühl von Heimat, aber auch von Urlaub aus. Doch was schmeckt?

Wenn in der Ueckermünder Metzgerküche neue Sorten kreiert werden, sitzen am Ende die Mitarbeiter am Tisch, und es wird probiert. „Meistens haben wir nach drei Versuchen eine neue Wurst am Start“, sagt Robert Kriewitz. Doch was der Verbraucher will, das erfährt der Firmenchef nur auf Messen: „Hier bei der Grünen Woche kommen auch die mit einem anderen Geschmack, die Besucher sind schonungslos ehrlich und das ist gut so.“ 14 Sorten, speziell Rohwürste, hat das dreiköpfige Fleischereiteam vom Stettiner Haff mitgebracht. Ganz neu in diesem Jahr ist die Wildstrecke: „Wir haben Wildsalami, Wildleberwurst und Wildjagdwurst dabei.“ Die Tiere dafür kommen ausschließlich aus heimischem Bestand. Vorwiegend sei Schwarzwild in der Wurst verarbeitet. „Es hängt immer davon ab, was die Jäger liefern können. Aber auch das ist Regionalität“, sagt der Unternehmer.

Nicht nur in Vorpommern hat sich Robert Kriewitz mit seinen Fleischspezialitäten einen Namen gemacht. Die Produkte versendet er mittlerweile nicht nur in MV, sondern auch nach Bremen, Brandenburg und Sachsen. „Das Online-Geschäft ist nicht zu verachten – im Umsatz und aber auch, was Pflege und Wartung der Seite betrifft“, sagt der Ueckermünder. Der Kunde wolle stets mitgenommen werden und über alles Bescheid wissen. Es reiche nicht aus, die Wurst ins Netz zu stellen und auszupreisen. „Da geben wir ganz schön viel Energie rein. Aber wer es nicht gut macht, der sollte es lieber lassen“, ist sich der Metzgereichef sicher. Ein weiteres Standbein ist der hauseigene Party- und Cateringservice. Bis zu 50 Mitarbeiter sind es in Spitzenzeiten, die Robert Kriewitz koordinieren, aber auch bei Laune halten muss. „Wir reden mittlerweile ja nicht vom Fachkräfte-, sondern Personalmangel. Gute Leute gibt es selten und die zu halten, ist die Kunst“, weiß der Firmenchef. Sein Rezept? Es müssten ein respektvoller Umgang und eine gute Mischung „aus Reibung, Streicheleinheiten und Freiheiten“ sein. Ihm ist wichtig, dass seine Mitarbeiter das Firmenkonzept leben. „Dann klappt es auch mit der Mundpropaganda. Die kann sich keiner kaufen, sondern nur erarbeiten.“

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