Frauen im Handwerk : Begleiterin in schweren Stunden

Macht ihren Job sehr gerne: Sandra Redlin im Bestattungshaus
Macht ihren Job sehr gerne: Sandra Redlin im Bestattungshaus

Sandra Redlin arbeitet im Bestattungshaus, holt Verstorbene ab und spricht mit den Hinterbliebenen

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13. September 2015, 21:00 Uhr

Die 25-jährige Sandra Redlin hat für ihr Alter einen ziemlich ungewöhnlichen Berufswunsch: Die Schwerinerin möchte Bestatterin werden. Für die junge Frau ist ihre Wahl nichts Außergewöhnliches: „Der Job liegt mir“, sagt Sandra ruhig. Sie redet bedächtig. Aber klar. Mit fester Stimme. Sie lächelt. Aber nur ein wenig. Ihre Worte scheinen wohl überlegt zu sein. Sie zupft an der blauen Bluse umher. Die sitzt perfekt. Sandra stützt sich mit einem Arm am Tisch auf. Erzählt, dass sie nun seit etwa einem halben Jahr im Schweriner Bestattungshaus arbeitet.

„Ich bin Quereinsteiger“, verrät sie. Vorher war Sandra bei einem Sicherheitsdienst. Aber Bestatterin wollte sie schon lange werden. „Es ist mein Traumberuf“, erklärt die junge Frau. Ihr Lächeln wird breiter. Ihr Chef bringe ihr nun alles bei, was sie wissen müsse. „Die Leute denken immer, dass man als Bestatter nur mit Verstorbenen zu tun hat“, sagt sie. Aber das stimme eben nicht. Die Arbeit sei vielfältig. „Wir werden angerufen. Holen den Verstorbenen ab – aber dann beginnt für uns erst die richtige Arbeit.“ Viel Papierkram. Das Planen der Bestattung. Kreativ könne Sandra auch werden. Bei den Blumenarrangements beispielsweise.

Der Job sei aber nicht immer leicht. „Man braucht Einfühlungsvermögen“, sagt Sandra. Und sportlich müsse man sein. „Wir müssen auch mal jemanden aus dem fünften Stock holen“, erklärt sie in einer festen Tonlage. Sandra hat auch mal am Wochenende Dienst. Dann könne sie nicht wegfahren, weil ja jemand anrufen könnte. „Und dann müssen wir natürlich losfahren und den Verstorbenen abholen.“ Jeder könne das nicht. „Man darf den Beruf nicht mit nach Hause nehmen“, erklärt die junge Frau. Man müsse abschalten. Und dafür sind Hobbys wichtig. Die 25-Jährige ist viel in der Natur. Fotografiert. Verbringt ihre Zeit gerne mit der Familie und mit Freunden. „Das ist mein Ausgleich“, sagt Sandra mit ruhiger Stimme.

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