Triathlon-70.3-Weltmeister Michael Raelert ist zurück in Rostock : Begeisterter Empfang für den Unbesiegbaren

Empfang für die  'Raelert Brothers' Michael und Andreas:   Bürgerschaftspräsidentin Karina Jens und Oberbürgermeister Roland Methling zeigen  sich stolz auf 'ihre' Triathleten. Georg Scharnweber
Empfang für die "Raelert Brothers" Michael und Andreas: Bürgerschaftspräsidentin Karina Jens und Oberbürgermeister Roland Methling zeigen sich stolz auf "ihre" Triathleten. Georg Scharnweber

Sie sind die Rostocker Antwort auf die Schumachers in der Formel 1 und die Box-Klitschkos: Andreas und Michael Raelert. Gestern Abend hatte das Triathlon-Bruderpaar vom TC FIKO im Rostocker Hof seinen großen Auftritt.

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23. November 2010, 11:04 Uhr

Empfang durch den Heimatverein und die Hansestadt, mitorganisiert durch Hauptsponsor Erdinger Alhoholfrei, das Centermanagement und das im Haus ansässige Unternehmen Portola GmbH.

"Wir verstehen uns eigentlich blind"

Der Abend sollte in erster Linie dem 30-jährigen Michael gelten, nachdem An-dreas (34) vor knapp vier Wochen im HCC für seinen zweiten Hawaii-Platz geehrt wurde. Michael - das ist aber auch Andreas, wie der jüngere Raelert immer wieder hervorhebt: "Er ist mein Coach, schreibt die Pläne, berät in der Taktik, pusht oder zügelt mich. Wir verstehen uns eigentlich blind. Ihm habe ich alles zu verdanken."

Und was herauskam, konnte sich sehen lassen: sofort Zweiter beim ersten Start auf der 70.3-Strecke im August 2009 in Wiesbaden. Danach ein Lauf bzw., in der Klitschko-Sprache, ein Kampf-

rekord, der seinesgleichen sucht. Mit dem ersten WM-Titel im November 2009 sieben "Matches" über die 1,9 Kilometer Schwimmen, 90 km Radfahren und 21,1 km Laufen - sieben Siege, sechsmal mit Streckenrekord! Dazu als "Beibrot" Platz eins sowohl beim Erdinger Stadt- als auch Rostocker Triathlon.

Kein Wunder, dass für die Raelert Brothers gestern der Song "Stand up for the champions" der britischen Popband "Right Said Fred" ertönte, als sie sich unter tosendem Beifall den Weg auf die Bühne richtig bahnen mussten. Das Duo war sichtlich überwältigt.

Ebenso selbstverständlich, dass beide viele Fragen zu beantworten hatten: "Micha" zur Titelverteidigung in Clearwater, Andreas auch zur Planung des kommenden Jahres. Öffentlich hatten sie den Doppelstart bei der Ironman-WM am 9. Oktober auf Hawaii ja schon gemacht mit dem Wunsch , als erstes Bruderpaar in der Geschichte auf dem Podest zu stehen. "Mir ist es egal, ob mein ,kleiner Bruder oder ich ganz oben steht - Hauptsache, der Sieger fängt mit R für Raelert an", sagt Andreas.

Es folgte der Höhepunkt: Um 18.15 Uhr betrat Oberbürgermeister Roland Methling das Podium, gratulierte, würdigte in seiner Laudatio die Verdienste der "Raelert Brothers". Ein bewegender Moment, als sich beide in das "Goldene Buch" der Hansestadt Rostock eintragen durften.

Gerührt nahmen die Sportler die Auszeichnung entgegen. Bei den ausgebufften Profis zitterte durchaus schon ein wenig die Hand beim Schreiben.

Anschließend erfüllten sie zahlreiche Autogrammwünsche und beantworteten weitere Fragen nach Motivation, Trainingsumfang und Fünf-Jahres-Planung. Die Raelerts waren mitten unter ihren Bewunderern, und die stellten fest: Das sind keine aufgeblasenen Stars, sondern zwei bodenständige Typen.

Und das stellte sich auch heraus, als der TC FIKO eines seiner Geheimnisse preisgab: 2011 wird es ein Regional-

liga-Team geben, das sich den sofortigen Aufstieg in die

2. Bundesliga als Ziel setzt. "Es ist richtig, dass der Verein talentierte Triathleten nicht in finanzkräftigere Bundesländer abwandern lassen will. Das unterstützen wir voll und ganz, hoffen auch auf ein positives Feedback der Wirtschaft", war aus dem "Raelertschen Hause" zu hören.

Traum: Ein 70.3 im Rostocker Stadthafen

Zu guter Letzt: 2010 war Schluss in Clearwater. Ab dem kommenden Jahr findet die 70.3-WM in Las Vegas statt. Eine Verlagerung geschieht mit dem traditionell in Warnemünde ausgetragenen Rostocker Triathlon nicht. Jedoch arbeiten die Verantwortlichen gemeinsam mit der Stadt an einem zusätzlichen Höhepunkt: Im und rund um den Stadthafen soll ab 2012 jeweils zwei Wochen vor der Hanse Sail ein Rennen der Bundesliga und perspektivisch sogar einmal ein 70.3 ausgetragen werden - das sind die Visionen der engagierten "Macher" beim Traditionsclub TC FIKO. Von der Stadt gab es 5000 Euro für die Vorbereitung.

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