zur Navigation springen

Mehrgenerationenhäuser : Begegnungsstätten bangen um Existenz

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Bundesprogramm für Mehrgenerationenhäuser läuft aus - Schwesig sucht Lösung

Die Mehrgenerationenhäuser (MGH) im Land sehen einer ungewissen Zukunft entgegen: Zum Jahresende läuft ein Aktionsprogramm aus, das ihnen jährlich je Haus 30 000 Euro aus Bundesmitteln garantiert. Gekoppelt ist dieser Zuschuss an die Zahlung weiterer 10 000 Euro von der Kommune bzw. dem Landkreis. 19 der 22 Mehrgenerationenhäuser im Land nutzen diese Förderung.

„Wenn der Bund sich aus der Finanzierung herauszieht, besteht die große Gefahr, dass sich auch alle anderen zurückziehen“, befürchtet Dr. Inken Balla, die Leiterin des Familien-, Freizeit- und Lernberatungszentrums der Arbeiterwohlfahrt in Güstrow, unter dessen Dach eines der ältesten Mehrgenerationenhäuser im Land angesiedelt ist. Nicht nur den kommunalen Finanzierungsanteil sieht sie in Gefahr, sondern auch Beiträge aus der Wirtschaft für einzelne Projekte. Für einige Mehrgenerationenhäuser würde das Auslaufen der Förderung deshalb auch ihr eigenes Ende bedeuten, ist Inken Balla überzeugt. Für die Güstrower Einrichtung bestehe diese Gefahr aber nicht: „Wir sind sehr breit aufgestellt. Unsere anderen Fachbereiche werden weiter existieren.“ Was aber verloren ginge, sei der Vernetzungsgedanke – und damit auch so manche Synergie, die heute dabei helfen würde, Kosten zu sparen.

Hoffnung geschöpft hat die Güstrowerin in der vergangenen Woche auf einer Regionalkonferenz des Bundesfamilienministeriums. Ministerin Manuela Schwesig (SPD) hätte dort 16 Millionen Euro zugesagt, mit denen die bundesweit 450 Mehrgenerationenhäuser gesichert werden sollen. Zumal: „Der Erhalt der Mehrgenerationenhäuser steht im Koalitionsvertrag“, weiß Inken Balla.

Gegenüber unserer Redaktion erklärte die Ministerin: „Wir brauchen die MGH in den Kommunen, deshalb brauchen wir das Geld dafür auch im Haushalt 2015. Und dafür setze ich mich ein. Doch was ich möchte, ist nicht nur das Geld im Haushalt für das nächste Jahr. Ich möchte eine langfristige Lösung.“

Für eine solche setzt sich auch Mecklenburg-Vorpommern auf Bund-Länder-Ebene ein, so der Sprecher des Sozialministeriums, Christian Moeller. In jedem Landkreis würden zwischen zwei und vier Mehrgenerationenhäuser arbeiten. Diese landesweit flächendeckende Struktur gelte es, aufrecht zu erhalten. Das Land könne zwar nicht die Häuser an sich, aber einzelne Projekte fördern. In diesem Jahr seien aber lediglich 15 000 Euro durch zwei Häuser angefordert worden.

zur Startseite

von
erstellt am 28.Jun.2014 | 08:30 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen