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Landwirtschaft : Beeren für Ernte schockgefrostet

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Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Klein, gelb, sauer, aber sehr gesund: Die heimische Obstart Sanddorn hat den höchsten Wirkstoffgehalt

svz.de von
erstellt am 04.Okt.2014 | 15:00 Uhr

Auf den Sanddorn-Plantagen rund um Ludwigslust bieten sich im Frühherbst Bilder wie aus längst vergangenen Zeiten. Muskulöse Männer rücken mit Astscheren endlosen Reihen dorniger Büsche zu Leibe. Zweige, prall besetzt mit kleinen, orangeroten Beeren, fallen ins Gras. Erntehelfer sammeln sie in Kisten, ein Trecker fährt sie weg. „Die Sanddorn-Ernte ist eine aufwändige Sache“, sagt Daniel Schönfelder von der Sanddorn Storchennest GmbH.

Anfang der 1980er-Jahre ließ die DDR-Führung Sorten für den kommerziellen Anbau entwickeln und um Ludwigslust pflanzen. Sanddorn stammt aus dem eurasischen Raum, erklärt Friedrich Höhne von der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei in Gülzow bei Güstrow. Längst wächst die Pflanze auch hierzulande. „Es ist die heimische Obstart mit dem höchsten Wirkstoffgehalt“, so Höhne. So sei der Vitamin-C-Gehalt siebenmal höher als jener der Zitrone.

Mit rund 100 Hektar Plantagen ist Ludwigslust ein deutsches Sanddorn-Zentrum. Bundesweit wird die Pflanze Höhne zufolge auf rund 600 Hektar gezogen. Weitere Anbauzentren sind in Brandenburg und Sachsen-Anhalt. Die diesjährige Ernte ist bei Sanddorn Storchennest mit rund 80 Tonnen ordentlich ausgefallen. Obwohl Schäden durch die Sanddorn-Fruchtfliege entdeckt wurden.

Rhagoletis batava legt ihre Eier in die reifenden Früchte. Die Larven fressen die Früchte von innen aus und schädigen so die Ernte. Nach Berichten aus anderen Anbaugebieten, die schon früher mit dem Schädling zu tun hatten, hängte man gelbe Klebefallen in die Büsche.

Der Trecker mit den Sanddornzweigen fährt zum Wirtschaftshof des Betriebes. Mit minus 90 Grad Celsius kaltem Stickstoff werden die Beeren schockgefrostet. „In gefrorenem Zustand lassen sich die Beeren gut von den Zweigen rütteln“, so Schönfelder.

Geliefert werden die Beeren an große Hersteller von Bio-Sanddorn-Säften in Deutschland. Storchennest lässt auch eigene Marmeladen, Säfte und Bonbons herstellen. Mancher Kosmetik-Produzent schwört ebenfalls auf die Beeren.„Sanddorn ist eindeutig im Kommen“, sagt Höhne.

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