Verkehr in MV : Bedröhnt und berauscht am Steuer

Ein „Idiotentest“ wird unter anderem veranlasst, wenn Autofahrer unter Alkohol- oder Drogeneinfluss unterwegs waren.

Ein „Idiotentest“ wird unter anderem veranlasst, wenn Autofahrer unter Alkohol- oder Drogeneinfluss unterwegs waren.

Die Fahrten unter Alkohol- und Drogeneinfluss im Land sind gestiegen

svz.de von
30. August 2016, 06:30 Uhr

Sie haben zu viel getrunken oder Drogen genommen und sich trotzdem hinters Steuer gesetzt: In Mecklenburg-Vorpommern ist die Zahl der Autofahrer gestiegen, die beim Fahren unter Drogen- und Alkoholeinfluss erwischt wurden. Die Polizei stellte im vergangenen Jahr 1266 bedröhnte Fahrer fest. Das waren rund 110 Fälle mehr als 2014. Noch deutlicher fiel die Zunahme von Fahrten unter Alkoholeinfluss aus: Vor zwei Jahren waren den Beamten 3531 berauschte Verkehrsteilnehmer aufgefallen – ein Jahr später registrierte die Polizei im Land bereits 3848 alkoholisierte Autofahrer. Das geht aus der Verkehrsunfallstatistik des Innenministeriums für 2015 hervor.

Lesertelefon
Fragen zum Thema Drogen beantworten heute von 10 bis 12 Uhr die Berater der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Dr. Dorothee Köpsell und Marie-Luise Theunissen-Spitzley, anonym unter der Telefonnummer 0221/892031 (deutsches Festnetz).

Die Anzahl der registrierten Alkohol- und Drogenverstöße im Straßenverkehr hängt nach Einschätzung der Polizei vor allem mit der Intensität und Häufigkeit von Verkehrskontrollen zusammen. „Mehr Kontrollen führen auch zu mehr Feststellungen“, erklärte eine Sprecherin aus dem Polizeipräsidium in Rostock. Mittlerweile sei auch der Nachweis von illegalen Drogen viel leichter geworden – etwa durch Schnelltests, mit denen sich gleich mehrere Substanzen feststellen lassen. „Das Ergebnis liegt in wenigen Minuten an Ort und Stelle vor“, sagte die Sprecherin weiter.

Bei den von der Polizei registrierten Drogen- und Alkoholfahrten handelt es sich laut Landesverkehrswacht aber nur um die Spitze des Eisberges. „Es gibt eine riesengroße Dunkelziffer“, sagte Geschäftsführerin Andrea Leirich. Demnach kämen auf einen erwischten Alkoholsünder rund 600 unentdeckte Alkoholfahrten. Die psychologische Wirkung sei fatal, so Leirich. „Nämlich dann, wenn nach einigen Fahrten unter Alkohol festgestellt wird, dass es funktioniert und man nicht erwischt wird und auch kein Unfall passiert ist.“ Autofahren unter Alkoholeinfluss müsse in der Gesellschaft geächtet werden. Ein Alkoholverbot trüge mit Sicherheit dazu bei.

Bei den illegalen Drogen rangieren nach Erkenntnissen der Polizei Cannabis und Aufputschmittel wie Amphetamin und Kokain obenan. Ähnlich wie beim Alkohol würde auch beim Drogenkonsum die Beeinträchtigung der Verkehrstüchtigkeit häufig unterschätzt. Problematisch ist aus Sicht der Verkehrswächterin Leirich vor allem, „dass bei Drogen nur schwer einzuschätzen ist, wann die Wirkung einsetzt und wie lange sie anhält. “

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