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Ludwigslust : BBS-Start-Gesellschaft sorgt für Ärger

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Ein anonymer Brief hat die Öffentlichkeit sensibilisiert. Hier geht es um die Berufsbildungstätte Start Ludwigslust und um die Befürchtung des Verlustes von Arbeitsplätzen. Von der Gründung mit Namen AWE ist da die Rede.

svz.de von
erstellt am 20.Mär.2012 | 12:00 Uhr

ludwigslust | Ein anonymer Brief hat die Öffentlichkeit sensibilisiert. Normalerweise wandern solche Schreiben sofort in den Papierkorb. Hier aber geht es um die Berufsbildungstätte Start Ludwigslust und um die Befürchtung des Verlustes von Arbeitsplätzen. Von der beabsichtigten Gründung einer Tochtergesellschaft der BBS mit Namen AWE ist da die Rede. In der Vergangenheit gab es im Kreistag Anfragen, die Entlassungen von Stammpersonal bei Start als Hintergrund hatten. Grund genug also für eine Nachfrage in dieser Sache.

Es stellt sich heraus: Von der Absicht einer Gründung kann nicht die Rede sein, denn es gibt die AWE bereits! Gegründet im Dezember letzten Jahres. Auch eine Werbebroschüre des Unternehmens kursiert schon.

Nun sollte der Kreistag auf seiner März-Sitzung die Gründung der Start-Tochtergesellschaft nachträglich legitimieren. Eine Entsprechende Beschlussvorlage hat die Kreisverwaltung vorbereitet. Der Landkreis besitzt die weitaus meisten Anteile an der Gesellschaft.

Nach SVZ-Informationen hat der Kreisausschuss, nicht öffentlich tagendes Gremium des Kreistages, die Vorlage abgelehnt. Das bestätigt auch Wolfgang Schmülling, erster Stellvertreter des Landrates. Nun sollen erst die Fachausschüsse des Kreisparlaments mit dem Problem befasst werden, bevor voraussichtlich im Mai der Kreistag auf einer Sondersitzung die Beschlussvorlage auf den Tisch bekommt.

Laut Schmülling geht die Gründung der AWE (Akademie Wirtschaft Entwicklung) auf einen Beschluss der Gesellschafter aus dem Jahr 2010 zurück. Er räumt Versäumnisse ein, die kreislichen Gremien rechtzeitig beteiligt zu haben.

Hinter den Kulissen brodelt es mächtig, wenn es um das Thema der AWE-Gründung geht. So hat Wolfgang Schmülling die SVZ-Information bestätigt, dass Innenminister Lorenz Caffier vom Landkreis Aufklärung über die Angelegenheit verlangt hat. Dabei geht es nicht um den Inhalt des Beschlussvorschlages, sondern um die juristische Handhabung. Dazu wird es offensichtlich ein persönliches Gespräch im Innenministerium zur Erklärung der Situation geben.

Für den Vorsitzenden der CDU-Kreistagsfraktion, Wolfgang Waldmüller, geht eine solche Handlungsweise der Verwaltung gar nicht. Bei Vorhaben, die die Gründung von Wirtschaftsunternehmen beträfen, sei dies dem Innenministerium anzuzeigen und zum anderen seien die kreislichen Gremien zu beteiligen. Beides ist bisher nicht geschehen. "Wir haben viele Fragen dazu, die nicht beantwortet sind. Aus welchen Gründen auch immer. Wir werden uns jetzt intensiv mit dem Thema auseinandersetzen."


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