neuer Plenarsaal in Schwerin : Bauverzug im Goldenen Saal

Schlossbaustelle: Landtagsdirektor Armin Tebben (r.) besichtigt mit den Vorständen der Landespressekonferenz, Jürgen Hingst (m.) und Axel Seitz, den neuen Plenarsaal, der auch für Journalisten bessere Bedingungen bieten wird.
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Schlossbaustelle: Landtagsdirektor Armin Tebben (r.) besichtigt mit den Vorständen der Landespressekonferenz, Jürgen Hingst (m.) und Axel Seitz, den neuen Plenarsaal, der auch für Journalisten bessere Bedingungen bieten wird.

Neuer Plenarsaal im Schweriner Schloss erst fünf Monate später fertig. Kosten liegen im Budget

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30. Juni 2016, 21:00 Uhr

Zum ersten Mal seit langem lässt sich im Schweriner Schloss wieder die beeindruckende Größe des einst legendären Goldenen Saals der früheren Herzogsresidenz erahnen. Gut zwei Jahre nachdem damit begonnen wurde, den oberen Teil des Gartenflügels zum neuen Plenarsaal des Landtags auszubauen, sind die massive Zuschauerempore aus Stahlbeton Stück für Stück herausgesägt, eine höhere Decke eingezogen und das ursprünglich tiefere Fußbodenniveau wiederhergestellt worden.

Damit sind all jene Umbauten verschwunden, die den Raum seit 1972 zum eher kleinen Festsaal machten, auf dessen Bühne viele Schweriner ihre Jugendweihe, Konzerte und Aufführungen erlebten. Auf die hohen Ziegelsteinwände haben Maler eine dunkle Grundierung aufgetragen. Zur Probe ist sie in einer Fensterecke gülden-ocker übergestrichen. Die Farbe auf den unverputzten Steinen wird der einzige Schmuck sein, der auf den Prunk und den Namen des Goldenen Saales anspielt, wenn 2017 hier zum ersten Mal der Landtag tagt, sagt Landtagsdirektor Armin Tebben.

Zudem werden die Wände des neuen Plenarsaals mit langen weißen Lamellen verhangen. Die überbordende Pracht des herzoglichen Saales war sowieso bereits vor 100 Jahren verschwunden. Sie fiel dem großen Schlossbrand im Dezember 1913 zum Opfer. Danach wurde der entkernte Raum 60 Jahre lang nicht genutzt.

Allerdings werden die Landespolitiker ihre neue kreisrunde Bühne nicht wie geplant Anfang 2017 nutzen können. Die Eröffnung verschiebt sich um bis zu fünf Monate. Landtagsdirektor Tebben erklärte den Verzug mit der Insolvenz jener Firma, die die Klima- und Lüftungsanlage planen sollte. Bis der Auftrag erneut vergeben war, seien mehrere Monate vergangen. Das neue Unternehmen musste von vorne anfangen, weil der erste Planer Fehler gemacht habe. Seine Lüftungsanlage wäre zu groß gewesen, um sie unter dem spitzen Dach des Schlosses unterzubringen.

Weil die nächsten Bauabschnitte besonders laut und dreckig werden, wird der im kommenden September neu gewählte Landtag ein- oder zweimal im Schweriner Theater tagen und dann vorerst in den alten Plenarsaal zurückkehren. Zwar war der Zeitplan nicht zu halten, aber die Gesamtkosten bleiben laut Tebben im vorgegebenen Rahmen. 27 Millionen Euro hat der Landtag für den Umbau bewilligt. Zwölf Millionen sind bereits ausgegeben.

So hoch wie der Goldene Saal wird der neue Plenarsaal nicht. Über ihm ist eine sechste Etage eingezogen worden, die es zu Herzogs Zeiten nicht gab. Hier ziehen Trockenbauer derzeit Wände hoch. Die neuen Büros sollen im September fertig sein und von der Landtagsverwaltung genutzt werden.

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