Müritz-Nationalpark : Baummörder unterwegs: 25 Buchen vergiftet

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17. September 2015, 08:00 Uhr

Unbekannte haben 25 Bäume im Müritz-Nationalpark bei Bocksee vergiftet. Die Polizei ermittle wegen Sachbeschädigung und Verstoßes gegen die Nationalparkverordnung, sagte gestern der zuständige Dezernatsleiter im Nationalparkamt, Stefan Escher. Bei den Buchen seien vermutlich schon vor zwei Monaten die Stämme angebohrt und eine giftige Substanz eingefüllt worden, so dass die Bäume jetzt absterben. Es handele sich um etwa 85 Jahre alte und 32 Meter hohe Bäume, die einem privaten Eigentümer gehörten. „Wir haben keine Erklärung für den Vorfall“, sagte Escher. Ein anonymer Hinweis habe das Amt darauf gebracht. So etwas komme bisher selten und dann eher in städtischen Gebieten vor. Die Buchen stünden noch sicher. Erst wenn sie instabil werden, müsse man wegen einer Verkehrssicherungspflicht einschreiten. Buchen werden sonst bis zu 300 Jahre alt.

Ähnliche Fälle gibt es bundesweit immer wieder. Erst im Juli vergifteten Baumfrevler in Herbrechtingen sechs Ahornbäume. In Gießen starb 2014 eine 150 Jahre alte Bergulme – die Täter hatten Glyphosat in 14 Bohrlöcher gefüllt. In Rotenburg fielen ein Ahorn und drei Linden Gift zum Opfer. Die Motive der Täter bleiben im Dunkeln. Ging es um Nachbarschaftsstreitigkeiten? Die Diagnose von Psychologen: Wer Bäume quält, genießt die Macht über ein Lebewesen, das sich nicht wehren kann.

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