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Mecklenburg-Vorpommern

22. November 2017 | 13:53 Uhr

Biberplage : Baumeister ärgert Bauern

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

An vielen Flüssen wurden Biber wiederangesiedelt – jetzt sind sie eine Plage

svz.de von
erstellt am 20.Jul.2017 | 12:00 Uhr

Rund 2300 Biber leben nach Angaben des Umweltministeriums in Mecklenburg-Vorpommern. Zu viele, meinen Landwirte. Der Trend sei steigend, da immer noch Lebensräume verfügbar seien, teilte das Umweltministerium gestern mit.

Die Tiere durchlöchern Dämme, leiten Wasserläufe um oder stauen sie an, so dass Flächen überflutet werden. Vor etwa 40 Jahren war der Biber deutschlandweit fast ausgestorben. Vielerorts wurden die Tiere wieder angesiedelt, unter anderem an Peene und Warnow. Nun soll ein Bibermanagementplan den Konflikt mit der Land-, Forst- und Wasserwirtschaft beilegen.

Bis 2019 würden rund
930 000 Euro für Monitoring, Öffentlichkeitsarbeit sowie Konfliktmanagement zur Verfügung gestellt, teilte das Ministerium mit. Die Umweltplan GmbH Stralsund soll dabei zur zentralen Stelle für das Bibermanagement im ganzen Land werden, begleitet von der Gesellschaft für Naturschutz und Landschaftsökologie Kratzeburg. Das Stralsunder Planungsbüro soll mindestens drei Jahre lang in allen Landkreisen Maßnahmen steuern und begleiten, die aufgrund der „Bautätigkeit“ von Bibern nötig werden.

Bauernpräsident Detlef Kurreck sagte, es sei gut, dass die Landesregierung Verantwortung für den Biber übernehme. Das Wichtigste seien dabei jedoch nicht finanzielle Entschädigungen. Nötig seien vielmehr schnelle, unbürokratische Lösungen in Problemfällen, ohne umständliche Antragsverfahren. Die Biber würden Flächen nachhaltig verändern. Da nützten Zahlungen, die Einbußen für ein Jahr ausgleichen, wenig.

Umweltminister Till Backhaus (SPD) sagte, für das Bibermanagement seien wichtige Erfahrungen im Naturpark Sternberger Seenland gesammelt worden. Maßnahmen könnten der Einbau von Dammdrainagen, der Abtrag von Biberdämmen, das Einzäunen von Forstkulturen, Schutzeinrichtungen an Deichen und Dämmen sowie in Einzelfällen das Einfangen oder gar Töten der Tiere sein, was heute schon möglich sei. Landesweit gibt es laut Ministerium rund 100 Gewässerabschnitte mit insgesamt 400 Kilometern Länge, an denen Biber leben und es deshalb Konflikte gibt.

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