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Nestlé-Werk Schwerin : Baufirmen aus MV unterliegen im Preiskampf

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Bieterfrust bei Baufirmen aus MV: Bei der Vergabe eines der größten Aufträge für den Bau des 220 Millionen Euro teuren Kaffekapsel-Werkes des Lebensmittelkonzerns Nestlé in Schwerin sind Firmen aus MV leer ausgegangen.

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erstellt am 13.Dez.2012 | 08:37 Uhr

Schwerin | Bieterfrust bei Baufirmen aus MV: Bei der Vergabe eines der größten Aufträge für den Bau des 220 Millionen Euro teuren Kaffekapsel-Werkes des Schweizer Lebensmittelkonzerns Nestlé in Schwerin sind Firmen aus MV leer ausgegangen. Sie können jetzt nur noch auf Aufträge als Subunternehmer hoffen. Der Rohbauauftrag in Höhe von 20 Millionen Euro ist Anfang der Woche an das bayrische Bauunternehmen Dechant Hoch- und Tiefbau aus Weismain vergeben worden, teilte der Nestlé-Konzern gestern mit. Insgesamt hatten sich 55 Unternehmen aus Deutschland um den Auftrag beworben, elf aus Mecklenburg-Vorpommern unter anderem aus Schwerin, Parchim, Rostock, Neustrelitz und Waren. Sie sollen sich einen ausgesprochen harten Preiswettbewerb geliefert haben, hieß es. Schon in Kürze steht der nächste Millionen-Auftrag an: die Dachbinder des Werkes mit 50 000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche. Die Auftragsberatungsstelle der Kammer in MV forderte die heimische Wirtschaft auf, sich um Nestlé-Aufträge zu bewerben und sich mit ihrem Leistungsprofil in die Bieterdatei aufnehmen zu lassen.

Dechant will Anfang Januar mit den Rohbauarbeiten beginnen und dabei auch Unternehmen aus der Region beteiligen. 60 bis 80 Prozent der Leistungen sollen in der Region bleiben, versicherte Seniorchef Alois Dechant gestern. Das Familienunternehmen mit 450 Beschäftigten hatte in der Vergangenheit bereits große Teile des Klausner-Großsägewerkes in Wismar gebaut. In Berlin war Dechant am Bau der neuen BND-Zentrale beteiligt.

Der Nestlé-Konzern hatte im August mit dem Aufbau des Werkes zur Herstellung von Kaffeekapseln begonnen. Nestlé-Baumanager Ulrich Walter zufolge könnten Aufträge im Wert von 60 Millionen Euro bei Firmen aus MV für Eingänge in den Orderbüchern sorgen. Nach ursprünglichen Konzernplänen war bereits Anfang Oktober mit dem Rohbaustart gerechnet worden. Ab Ende 2013 soll die Produktion starten, Ende 2014 das Werk seine volle Kapazität erreichen und auf zwölf Linien je Stunde insgesamt 450 000 Kaffeekapseln herstellen. Der Weltkonzern Nestlé mit einem Jahresreingewinn von 7,9 Milliarden Euro lässt sich seine 220-Millionen-Investition zu 22,5 Prozent vom Steuerzahler finanzieren: Das Unternehmen kann mit bis zu 50 Millionen Euro Förderung für eine der größten Investitionen der Ernährungswirtschaft in MV rechnen - mit 450 tarifgebundenen Jobs.

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